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Gust
am 24.03.2005, 18:39
Allgemeines

Komapatientin Schiavo verhungert?

Hallo,

zum konkreten Fall in den USA, ob es nun richtig ist und Wille der Patientin die lebensverlängernden Maßnahmen einzustellen oder nicht, kann man sehr unterschiedlicher Auffassung ist. Da ich das Thema nur aus den Medien kenne - und ich dort einige Themen miteinander vermischt sehe - kann ich mich dazu nicht äußern. Dennoch höre ich - gerade im D-Radio - einen Beitrag dazu.
Auch hier wird wieder davon gesprochen, daß die Patientin nun wohl verhungert und verdurstet.
Ich habe Schwierigkeiten mit dieser Behauptung, zumal sie ebenfalls stets von Menschen kommen, die weder etwas mit der Person, noch mit Pflege, Wachkoma oder etwas in der Richtung zu tun haben. Juristen sprechen von Moral - deren Hüter sie nicht sind. Sie sind die Hüter des rechts (wenn überhaupt, vielleicht auch nur der Gesetze).
Ich meine jedenfalls, daß es einen Unterschied gibt zwischen dem GEFÜHL (also dem damit verbundenen LEID) des VERDURSTENS und des VERHUNGERNS und der Möglichkeit an Flüssigkeits- und Nahrungsmangel zu sterben. Gerade bei alten Menschen, am Lebensende....wie oft verweigern sie das Essen und Trinken. Sterbende. Ob Sie unter Ihrer Weigerung wirklich leiden? Kann man zu wenig Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen, ohne ein Gefühl des Mangels zu haben. Weil am Lebensende vielleicht andere Dinge als Essen und Trinken wichtig sind? Ich weiß, daß passt nicht zum Thema USA-Komapatientin. Dennoch lese ich auch in Tageszeitungen, wie hier eine Diskussion um aktive Sterbehilfe gefordert wird, wie man "wehret den Anfängen" ruft etc. .
Ich persönlich bin erklärt GEGEN die aktive Sterbehilfe. Denn ich glaube, daß diejenigen Menschen die nach aktiver Sterbehilfe rufen auch diejenigen sind, die meist unzureichend mit Schmerzmitteln behandelt werden (also Schmerzen leiden), die ungenügend betreut, um die sich zu wenig gekümmert wird. Versorgt und betreut in einem Hospiz.....hört man daraus Berichte, daß diese dort im Sterben liegende Menschen nach aktiver Sterbehilfe gerufen hätten? Ich halte es für falsch, was in den Niederlanden "genehmigt" wurde. Wir brauche ein mehr an Lebensbegleitung, ein mehr an Sterbebegleitung - ein Einzelfall "Okay" für das unterlassen lebensverlängernder Maßnahmen. Aktive Sterbehilfe ist eine Form, uns als Gesellschaft, als Menschen, ein Stück aus der Verantwortung für Sterbende zu entlassen. Gesetzl. genehmigtes "Wegschauen" und "Leidenverkürzung" mittels Todescocktail - ich glaube wir brauchen das nicht. Wir können anders, humaner. Wir sollten es uns zur Aufgabe machen, ein würdiges, schmerzfreies Lebensende allen zu ermöglichen.
Buchtipp: Sterbebegleitung statt Sterbehilfe v. Franco Rest.

In diesem Sinne allen Lesern ein frohes
Osterfest
herzlich
Ihr

Jochen Gust
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