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30.08.2005    Kommentar Newsmeldung versenden Drucken

5. Altenbericht:
Demographischen Wandel als Chance begreifen.
Potenziale der Älteren besser nutzen.


Anlässlich der heutigen Uebergabe des fünften Altenberichts an Bundesministerin Renate Schmidt erklären die seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Christel Humme, und ihre Stellvertreterin, Angelika Graf…

Berlin - Anlässlich der heutigen Uebergabe des fünften Altenberichts an Bundesministerin Renate Schmidt erklären die seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Christel Humme, und ihre Stellvertreterin, Angelika Graf:

Die Bundesregierung hat den fünften Altenbericht richtigerweise unter das Motto ‚Potenziale des Alters für Wirtschaft und Gesellschaft - Ein Beitrag älterer Menschen zum Zusammenhalt der Generationen‘ gestellt. Dies eroeffnet endlich eine neue, eine positive Perspektive auf das Alter. Der Bericht gibt der Politik wegweisende Handlungsempfehlungen an die Hand.

Aeltere Menschen sind ein Aktivposten in unserer Gesellschaft. Sie verfügen über Kompetenzen und Potenziale. Diese Potenziale besser zu nutzen, wird nicht nur zum Nutzen der Aelteren, sondern aller Generationen sein.

Aeltere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - unverzichtbar für wirtschaftlichen Erfolg und Innovation

41 Prozent der Betriebe beschäftigen keine Menschen mehr, die älter als 50 Jahre sind. Diese Praxis ist nicht zukunftstauglich. Denn aufgrund des demographischen Wandels gibt es immer weniger Junge. Deshalb müssen auch die Aelteren für Erneürungen und wirtschaftlichen Erfolg mit sorgen.

Und die Aelteren können das. Deshalb haben innovative und weitblickende Unternehmen ihre Personalpolitik bereits auf die längere Integration älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer umgestellt. Diese Personalpolitik muss Schule machen. Wir begrüssen ausserordentlich, dass die Bundesregierung gemeinsam mit den Tarifpartnern und Wissenschaftlern die Bedingungen für längere Erwerbstätigkeit auslotet.

Auch mit unseren Arbeitsmarktreformen setzen wir die richtigen Signale. Den Arbeitgebern stehen erhebliche Erleichterungen und Entlastungen für die Einstellung Aelterer zur Verfügung. Mit unseren Beschäftigungspakten für Aeltere werden wir 50 überzeugende Eingliederungskonzepte für ältere Langzeitarbeitslose mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro fördern.

Bildung und Prävention - wichtig ein Leben lang

Damit Potenziale im Alter vorhanden sind, müssen wir während des gesamten Lebenslaufs die entsprechende Voraussetzungen schaffen. Lebenslanges Lernen ist das beste Mittel, um die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erhalten und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Betriebe müssen bereit und in der Lage sein, ihre Beschäftigten in allen Phasen des Erwerbslebens zu qualifizieren. Hierbei muss unser besonderes Augenmerk den niedrig Qualifizierten gelten. Sie dürfen in einer Gesellschaft, in der Wissen immer mehr zur zentralen Ressource wird, nicht ausgegrenzt werden. Das Nachholen eines Schulabschlusses muss immer möglich sein, auch noch mit 50.

Auch Prävention und Gesundheitsförderung müssen gestärkt werden, ihnen muss in unserem Gesundheitswesen ein höherer Stellenwert eingeräumt werden. Deshalb hat die SPD-Bundestagsfraktion richtigerweise das Präventionsgesetz in den Deutschen Bundestag eingebracht und dort beschlossen.

Seniorenwirtschaft - Chance für Wachstum und Beschäftigung

Die Seniorenwirtschaft bietet enormes Wachstumspotenzial. Durch den demographischen Wandel entwickeln sich für seniorengerechte Produkte und Dienstleistungen grosse Absatzmärkte, im Inland wie im Ausland. Vor allem die Gerontotechnik bietet Innovationspotenzial. Chancen in der Seniorenwirtschaft zu nutzen, bedeutet, Wohlstand zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen, aber auch groessere Lebensqualität für Aeltere zu gewährleisten.

Jung und Alt - gemeinsam aktiv

Auch die Bedingungen für zivilgesellschaftliches Engagement Aelterer müssen stimmen. Viele Aeltere sind ehrenamtlich tätig. Ohne ihr Engagement wäre so mancher Verein kaum überlebensfähig. Wer die Zukunft sichern will, muss dieses Engagement stärken. Dies tun wir beispielsweise mit dem Modellprogramm EFI ‚Erfahrungswissen für Initiativen‘ und der Unterstützung des Aufbaus generationenübergreifender Freiwilligendienste.

Wenn wir heute die Weichen richtig stellen, wird das Alter immer mehr zu einer Lebensphase, die mit Gesundheit, Teilhabe und Zufriedenheit verbunden sein wird - eine Lebensphase eben, die voller Potenziale steckt. Der fünfte Altenbericht weist uns den Weg dorthin.•



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Fassung vom: 01.04.2003