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Woran krankt die Pflege? Drucken

Existiert überhaupt ein Beruf, der derart von Neuerungen (Pflegeversicherung, MDK-Richtlinien, Doku am PC, etc.) heimgesucht wird, wie die Altenpflege im letzten Jahrzehnt und existiert darüber hinaus, und dies ist letztendlich das absonderliche, eine Tätigkeit, in der man diesen Neuerungen derart verhalten, skeptisch und unverständlich gegenübersteht? Dies mag vordergründig in der Summe der "unqualifizierten" Kräfte begründet liegen, doch erscheint mir dieser Grund tatsächlich zu profan. Liegt es also daran, dass man glaubt in der Pflege einfach nur pflegen zu können und sich als Pflegender mitunter der Illusion hingibt, sich mit rechtlichen und politischen Belangen und Verfügungen nicht rumschlagen zu müssen? Oder liegt es am mangelnden Informationsfluß, also an Sätzen wie "das muß halt ab jetzt anders gemacht werden", aber die Begründung geht in den Wirren der Organisation verloren? Mir selbst fällt zumindest immer wieder auf, dass ich über die Gründe, weshalb meine eigene (bescheidene) Tätigkeit in der Pflege sich ändert, mehr im Studium oder durch die Arbeit im Internet erfahren habe, als im Pflegeheim selbst. Und es existiert wohl kaum ein Beruf, in welchem man tatsächlich immer mit "einem Bein im Gefängnis" oder "auf der Straße" steht. Fast frohen Mutes kann man den Beschuldigungen entgegen sehen, die begründet sind. Denn hier mag sich tatsächlich noch ein Weg aus der Erklärungsnot finden lassen. Was aber, wenn die Beschuldigungen fadenscheinig und diffamierend sind? Was, wenn die Zeugen fehlen, die die eigene Position schuldlos werden lassen? Hier diffundiert der Erklärungsnotstand zu einer Hilflosigkeit, die immer nur in Aufgabe enden kann. Die Verantwortungsfrage ist sicher von Relevanz, denn letztendlich trifft es meist die Heimleitung, die den Kopf aufs Schafott legen oder aus der Schlinge ziehen muß, doch primär ist der Pflegende selbst immer das Bauernopfer.

Welcher Virus beeinflußt die Pflege?

Altenpflege avanciert stetig zum Wirtschaftssektor. Daher ist sind die Führungskräfte in Pflegeeinrichtungen omnipräsent mit der Kostenfrage konfrontiert. Die Zahlungspotenz von zukünftigen Bewohnern (oder Kunden, wie sie wohl eher zu nennen sind) spielt eine immer größere Rolle bei der Aufnahme in ein Pflegeheim. Daher erscheint es als selbstverständlich, dass Führungskräfte eher am Jahresende die Kostenbilanz ziehen, als die Zufriedenheitsbilanz. Und gerade hier scheint sich die Pflege auf dem schmalen Grad der Zielorientierung zu befinden. Ein Heimleiter mit einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung erscheint eher befähigt die Hauptaufgabe eines Pflegeheimes verfolgen zu können, als eine Altenpflegekraft: Marktorientierung und Gewinn/Verlustrechnungen. Vielleicht befindet man sich noch in den antiquierten und irrigen Auffassungen, dass eine Heimleitung noch personale Führungskompetenzen aufweisen muß, die über die Personalkostenrechnung hinausgehen. Und vielleicht wütet Wirtschaftlichkeit noch nicht einmal virulent in der Pflege, sondern ist ein neuer Bestandteil, der noch nicht von allen Körperteilen als immanent aktzeptiert und erkannt wurde. Auf jeden Fall sollte sich eine Pflegekraft nicht der Naivität hingeben, lediglich die Pflege sei die Tätigkeit, die es gilt zu bewältigen. Eine Pflegekraft ist zum Rädchen im wirtschaftlichen Gesamtgefüge geworden, deren Tätigkeit vor allem auch darin besteht, den Einsatz von Pflegekraft als Abrechnungs- und Kostenfaktor zu sehen.


Woran krankt also eigentlich die Pflege?

An mangelnder Information? Tatsächlich an Überforderung?
Ein Freund von mir faßte einmal das Gesamtvokabular des gemeinen Altenpflegers in drei Sätze:
1. Das hat mir keiner gesagt;
2. Wann soll ich das denn noch alles machen und
3. Dafür bin ich hier nicht zuständig.
Liegt dies an der Mentalität der Altenpfleger oder am System, denn dementiert werden kann wohl kaum, dass diese Sätze allzu häufig zu hören sind. Und dies ist bei weitem keine Frage, die ich in erkennender Arroganz und im Wissen um die Antwort in den Raum stelle, sondern eine Hinterfragung, die ich nicht zu beantworten vermag.
Oder liegt es an Unterforderung? Man befindet sich im Pflegesystem mehr und mehr am Gängelband der Vorschriften und sieht sich der immer weniger der Möglichkeit ausgesetzt, intuitiv handeln zu können. Frei nach dem Motto: "nach Standard versorgt, Patient tot" fristet der Altenpfleger mitunter sein Dasein in einer Fülle an undurchschaubaren Gesetzen und Maßgaben. Diese Handlungsfreiheiten sind in Ansätzen gleichzusetzen mit den Möglichkeiten einer Handfadenpuppe, die von einem Puppenspieler bedient wird. Denn letztendlich hängen die Fäden sehr locker und man muß sich nur heftig genug daran festhalten, um keinen falschen Schritt zu tun. Der Illusion, dass Standards und Gesetzeskenntnis unterbinden, dass man einen Fehler macht, gebe ich mich längst nicht mehr hin. Denn stets und immer ist alles eine Frage der Interpretation und das Bauernopfer nur eine Frage der Zeit. Worte wie "Pflegemanagement" oder "Qualitätssicherung" erscheinen daher oftmals allzu abstrakt und wohlgemeint. Sagt man nicht, dass ein Kind nur so glücklich sein kann, wie seine Mutter, also gebe man der Mutter einen individuellen Entfaltungsfreiraum? Kann im gleichen Zuge ein alter Mensch nicht nur so zufrieden sein, wie der ihn Pflegende? Doch wo sind die Handlungs- und Entfaltungsspielräume in der Pflege geblieben? Im SGB XI? Im Arbeitsvertrag? Im Hauskonzept? In den Standards? Gemeinhin ist menschliches Miteinander durch Interaktion bestimmt. Nicht so in der Pflege, hier gilt es, die Obrigkeitstreue hoch zu halten und immer nur an die Konsequenzen zu denken, nicht aber an die eigene Person. Womit steht und fällt also das eigene Wohlbefinden und somit auch das Wohlbefinden des Bewohners? Die Pflichterfüllung kann nicht die Antwort sein.
Ob der Fülle der teilweise sehr frustrierten und resignierten Emails über die pflegerische Arbeit in Pflegeheimen, zwängt sich mir mehr und mehr der Eindruck auf, dass sich der Trend zur Funktionalisierung durchsetzt. Der Weg ist längst nicht mehr das Ziel, sondern vielmehr das wirtschaftliche Ergebnis. Jedem wird ein kleines Aufgabengebiet zuteil, welches er nach vorgegebenen Regeln zu erfüllen hat. Und damit endet auch schon die Kompetenz. Teambesprechungen, in denen ein jeder Vorschläge und Kritik anbringen darf, degenerieren zur Farce, die lediglich ein nettes Bild von einer Gruppe darstellen, die sich Bällchen zuwerfen.

Wer krankt hier eigentlich?

Nicht nur in der Pflege ist dies ein roter Faden: die Relevanz der Tätigkeit bestätigt sich durch Lob von "oben". Sicherlich spielt auch die Resonanz auf die Tätigkeit oder die eigene Person durch den Bewohner eine Rolle, doch letztendlich geht man doch befriedigter nach Hause, wenn man eine Anerkennung von den Vorgesetzten erhält. Hier stellt sich die Frage nach der sozialen Kompetenz der Führungskräfte. Neuerungen, so habe ich dies oft erfahren, erfährt man entweder in einem mitteilenden Monolog oder mittels eines wohlformulierten Schreibens, welches einem nicht minder monologisch mitteilt, dass man ab dem soundsovielten soundso zu verfahren habe. "Soziale Kompetenz" erscheint hiermit als herrliches Füllwort, dem der Inhalt fehlt. Führungskräfte haben Vorbildfunktion. Macht ist auch eine Führung. Oktroyierung auch. Und vor allem Nonverbalität. Altenpflegekräfte, auch dies ist eine ureigene Erfahrung, kuschen im konfrontativen Gespräch, da sie von der allzu großen Sorge begleitet sind, nicht die rechten Worte zu finden und sich somit im Glauben bewegen, die Höhergestellten seien ihnen argumentativ überlegen und sind zudem von der Angst und Ahnung getrieben, keiner "halte ihnen die Stange". Also erfolgt ein Lächeln im Gespräch mit den Vorgesetzten und eine verbale Wuttirade im nachfolgenden Gespräch mit den Kollegen. Wer nimmt hier also wen nicht ernst? Der "gemeine" Pfleger die Leitung oder die Leitung den "gemeinen" Pfleger? Wer wen auch immer, Endprodukt vieler Treffen, Teambesprechungen, Leiterbesprechungen und Gespräche ist wutentbranntes und hilfloses Schweigen. Endprodukt dessen kann Gewalt in der Pflege sein, doch mitunter auch einfach Krankheit oder Kündigung. Also mag eine Antwort sein, dass die Pflege an der mangelnden Fähigkeit der Führungskräfte krankt, Sicherheit und Relevanz zu vermitteln, oder an den Pflegenden, denen es an Selbstvertrauen und Motivation fehlt, über den Tellerrand zu springen und Unzufriedenheit nach oben zu vermitteln. Letztlich sollte der Pflegende nicht vergessen, dass ohne ihn nichts funktioniert und dass gerade in der Altenpflege ein einfacher Austausch von Arbeitskräften nicht so leicht zu bewerkstelligen ist.

Warum schreibt nur einer krank?

Ich habe mich immer gefragt, warum eigentlich nur die Vorgesetzten Beurteilungen schreiben dürfen. Dabei dürfte es doch auch im Interesse der Leitungen liegen zu erfahren, welchen Eindruck ihre Arbeit auf die Mitarbeiter macht und an welchen Punkten ihre Arbeit kränkelt. Doch in Zeiten, in denen einjeder glücklich darum ist, eine sichere und halbwegs angenehme Stelle inne zu haben, spielt das Wohlbefinden der Mitarbeiter nur eine untergeordnete Rolle. Und auch die Alten selbst werden durch einen mehr oder minder nett aussehenden Heimbeirat vertreten, der per se keine Funktion besitzt, und bleiben ebenso Sprachrohrlos wie die Pflegenden selbst. Und so zieht der MDK durch die Lande und prüft die Fehlerfreiheit von Dokumentationen und Dienstplänen, testet brav, ob die Mitarbeiter ihre Stellenbeschreibung kennen und ob der Dekubitus nach häufigem Lagern aussieht. Und zieht er wieder von dannen, bleibt nur die große Erleichterung zurück, dass man seine Unterschrift immer an die richtige Stelle gesetzt hat.

© Carmen Bremen

Wen also interessierts?
Über Antworten und Ansichten zu den aufgeworfenen Fragen würde ich mich freuen und sie mit diesem Artikel veröffentlichen.
forum@altenarbeit.de


Interessiert hat es... und geantwortet haben:

Jochen (04/06/00)

Liebe Frau Bremen,

ich bin kein Altenpfleger, sondern arbeite in der sozialen Betreuung eines Seniorenheimes.

Ihren Artikel könnte ich dennoch beinah sofort unterschreiben.

Altenheime werden zunehmend professioneller, standardisiert, effizienter, kundenfreundlicher (sofern es die Angehörigen betrifft), wirtschaftlicher. Und alles, aus zunächstmal "richtigen" Gesichtspunkten heraus. Qualitätsmanagment, Qualitätszirkel und in absehbarer Zeit wird auch jedes Heim eine/n Qualitätsbeauftragte/n haben. Wichtig und gut, sicher. Wir werden also professioneller. Aber werden wir dabei auch "menschlicher"? kommt das letztlich dem einzelnen Bewohner zu gute. Ich jedenfalls kann das bisher noch nicht sehen. Bisher dienen Standards zur rechtlichen Absicherung, und zur Befriedigung der MDK-Clowns.

~~Tätigkeit in der Pflege sich ändert, mehr im Studium oder durch die Arbeit im Internet erfahren habe, als im Pflegeheim selbst~~
Sie haben recht. Ich wünschte, jedem Mitarbeiter von Seniorenheimen und ähnlichen Einrichtungen/Unternehmen hätte einen Internetzugang. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, daß dieser auch dementsprechend genutzt würde. Wir haben z.B. ein für Mitarbeiter zugängliches Bücherboard eingerichtet. Fachveröffentlichungen, Bücher, und die entsprechenden einschlägigen Fachzeitschriften für den Pflegebereich können sich Mitarbeiter kostenlos ausleihen. Aber keiner, oder kaum jemand tuts.

~~1. Das hat mir keiner gesagt;
2. Wann soll ich das denn noch alles machen und
3. Dafür bin ich hier nicht zuständig.
Liegt dies an der Mentalität der Altenpfleger oder am System, denn dementiert werden kann wohl kaum, daß diese Sätze allzu häufig zu hören sind~~
Das kann und will ich auch nicht dementieren. Diese "Fluchtsätze" sind in der Regel ein Zeichen für Überforderung mit dem Inhalt der Frage (also dem Wissenstand des Befragten), oder aber auch - und hier sind wir beim "System Altenpflege" - der tatsächliche, hohe Druck und die Arbeitsbelastung von Pflegenden.

~~Letztlich sollte der Pflegende nicht vergessen, daß ohne ihn nichts funktioniert und daß gerade in der Altenpflege ein einfacher Austausch von Arbeitskräften nicht so leicht zu bewerkstelligen ist. ~~
Ich denke, der austausch wird letztlich trozdem vorgenommen. Und falls nicht, wird der Mitarbeiter eben durch "Repressalien" gebrochen....bis er kuscht, oder bis er geht.

Die Aufgabe von Führungskräften in der Altenpflege befindet sich glaube ich ebenfalls wie der Beruf im Wandel. Kostenansprüchen, Gewinnmaximierung etc. ....teilweise für viele Führungskräfte in der Altenpflege neu. Und es gilt nunmal für einen "Kaufmann": 70% aller gewinnschmälernden Kosten im Heim sind Personalkosten.

Da AltenpflegerInnen weder gesellschaftlich, noch durch sich selbst, als professionelle Dienstleister gesehen werden, kann man Sie entsprechend Ihrer Lobby und Ihrem Selbstbewußtsein bezahlen. Hier wird auch viel mit der Mentalität dieses "Menschenschlags" gespielt. AltenpflegerInnen sind doch meist Idealisten, oder waren es einmal. Wollen und wollten auch eben "für andere etwas tun", "helfen". Und die Arbeitgeber nutzen das. Indem sie ermöglichen, das Gefühl "ich will helfen" des/der AP zu befriedigen, ist es ja wohl auch fast schon zuviel verlangt, auch noch einen entsprechenden Lohn zu zahlen.

~~Und so zieht der MDK durch die Lande und prüft die Fehlerfreiheit von Dokumentationen und Dienstplänen, testet brav, ob die Mitarbeiter ihre Stellenbeschreibung kennen und ob der Dekubitus nach häufigem Lagern aussieht. Und zieht er wieder von dannen, bleibt nur die große Erleichterung zurück, daß man seine Unterschrift immer an die richtige Stelle gesetzt hat. ~~
In diesem Sinne ist der MDK eine Lachnummer. Null Wirkung, ausser "schöner Schein" für einen Tag....naja, oder für mehrere Tage. Meiner Meinung nach liegt das einzig und allein an der Inkonsequenz der Behörden und der politischen Gremien. Man nehme nur mal die Fachkraftquote......die jetzt wieder "gekippt" wurde.

Es wird sich etwas tun in der Altenpflege. Und tut sich jetzt schon. Aber es wird dauern. Und dauern. Wer heute Alt ist, hat schlechte Karten, troz so vieler bemühter und engagierter AltenpflegerInnen. Das System Altenpflege ist noch lange nicht ausgreift.

Bleibt nur zu hoffen, das man selbst niemals auf Pflege angewiesen ist.

Es grüßt Sie,

Jochen Gust
http://www.JochenGust.de
http://www.pflegenetzdienst.de







Anneliese (03/02/00)

Ich habe mit großen Interesse Deinen Beitrag "Wen interessierts" gelesen.
Ich bin Altenpflegerin .

>Woran krankt die Pflege?

Liegt es letztlich nicht auch daran das sich die Gesellschaft mit dem Thema alt werden nicht auseinander setzten will.Den Zusammenhang mit Krankheit u. Sterben verdrängt? Und wenn Politiker sagen examinietes Peronal ist zu teuer es reichen auch Krankenpflegehelfer für die Pflege??

Vor Einführung der Pflegeversicherung war die Ansicht Pflegen kann doch jeder, auch ich habe als ungelernte Kraft =Pflegehelferin Jahrelang gearbeitet, bis zu meiner Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin. Ich persönlich hatte aber nie die Feststellung gemacht das jeder auch ohne Ausbildung pflegen kann. Häufig ist auch die Situation entstanden das ich mich überfordert gefühlt habe. Es fehlen die Zusammenhänge die einen in der Ausbildung beigebracht werden.Und die Rechtliche Situationen sind einem gar nicht bekannt. Was für Folgen entstehen können bei falscher Pflege nicht bewußt. Wie denn auch ?

>Wer trägt denn die Verantwortung wenn in der Pflege etwas schief läuft?

Die Tatsache das Altenpfleger mit einem Bein im Gefängniss stehen ist leider Tatsache. Ein Pflegeheim: 40 Bew. davon die Hälfte mit Pflegestufe 3, 10 Bew. denen das Essen eigegeben werden muß, keine Stationshilfe. Pflegekräfte müssen selber das Frühstück holen richten verteilen u. Geschirr einsammeln. 40 Bew müssen gewaschen ,angezogen u. versorgt werden. Personal 1 Praktikantin, 1 Altenpflegerin u. 1 Pflegehelfer im Frühdienst. Wer fragt nun nach der rechtlichen Seite wenn ein Bew. einen Dekubitus hat? Und wer trägt dafür die Verantwortung? Ist es der Heimleiter? Die PDL? Die Fachkraft? oder die Praktikantin?

>Welcher Virus beeinflußt die Pflege?

Es werden doch in den Pflegeheimen nur noch Kunden aufgenommen die eine Pflegestufe vorweisen können am besten gleich Pflegestufe 3 das bringt den Heimen mehr Geld. Denn mehr Personal wird deswegen auch nicht eingestellt. Ich habe die Erfahrung gemacht das in Pflegeheimen zwar behauptet wird "wenn so u. soviel Bew. mit Pflegestufe 3 vorhanden sind ,dann gibt es auch mehr Personal. Nur das ganze hat einen Hacken. Die Bilanzen werden erst Monate später gemacht, u. zusätzliches Personal ? habe ich noch nicht gesehen. Also mehr Arbeit, Verantwortung für Altenpfleger ---> dafür mehr Geld für den Träger !! = Marktorientierung und Gewinn/Verlustrechnungen.

>Woran krankt also eigentlich die Pflege?

>1. Das hat mir keiner gesagt; = fehlend Übergaben, Zeitmangel!! >2. Wann soll ich das denn noch alles machen und= Hauswirtschaft, Putzfrau, Küchenhilfe, Verwaltung u.s.w.!! >3. Dafür bin ich hier nicht zuständig.= Pflegefremde Arbeiten!! Oh diese Sätze kommen mir aber sehr bekannt vor:-)) Leider sind die Fortbildungsmöglichkeiten in der Altenpflege ja sehr beschränkt, weniger vom Angebot als vom Faktor Zeit. Ich habe nur die Möglichkeit mich über das Internet zu informieren. Pflege nach Standarts ist ja ganz gut solange aber nur, wie ein Freiraum für die persönlichen Eigenschaften u. Bedürfnisse des Bew. u. des Pflegepersonals vorhanden ist , ansonsten verkommt die Pflege zur Fließbandarbeit.

>Doch wo sind die Handlungs- und Entfaltungsspielräume in der Pflege geblieben?

Handlungs- und Entfaltungsspielräume sie sind ein Opfer der Pflegeversicherung geworden denn es ist nicht eingetroffen was versprochen wurde, mehr Qualität in der Pflege nein!! Daraus hat sich nur Entwickelt mehr Quantität Und daraus ergibt sich auch die Unzufriedenheit seitens der Bew. u. des Personals. Aber wo bleibt die Qualität in der Pflege? Ich sehe als Qualität auch an wenn ich mal mit einem Bew. spazieren gehen kann, mich in Ruhe mit ihm unterhalten kann oder einfach mal Zeit habe einer Bew. die Haare einzudrehen. Oder mit einem Bew einkaufen zu gehen. Bei Schwerkranken u. sterbenden Bew, einfach mal am Bett sitzen u. die Hand halten ohne das Gefühl zu haben das andere Bew. dafür weniger betreut werden können. Doch diese Psychosoziale Betreuung ist auf der Strecke geblieben. Dies schafft eine Menge an Frust.

>Und so zieht der MDK durch die Lande

Kommt der MDK ins Haus : viel Streß !! Da wird geputzt, Bew. werden auf hochglanz gebracht!! Und Altenpfleger müssen aufpassen was sie von sich geben!!
Fazit: MDK brigt nur zusätzlichen Streß u. war für die Katz !!! Der einzige Vorteil ist das die Stationen glänzend sauber sind. .