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Was ist Gerontologie? Drucken

Gerontologie (dt. = Alternsforschung) ist die Wissenschaft des Alters und Alterns. Ihr Ziel ist es, den Prozeß des Alterns hinsichtlich der medizinischen, psychologischen, sozialen und biologischen Zusammenhänge zu diagnostizieren. Der Begriff Gerontologie ist erstmals 1903 von dem aus Rußland stammenden Forscher Elie Metchnikoff in seinem 1903 erschienenen Buch "Etude sur la nature humaine" verwendet worden. Einer der ersten gerontologischen Forscher ist der Mathematiker QUETELET, der zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts Sterbestatistiken erstellte und zudem die Größe und Entwicklung von Organen bei alten Menschen untersuchte. Systematische Alternsforschung setzte erst nach 1918 ein. Die Forschungen widmeten sich nunmehr gezielt der Untersuchung von Intelligenz.

Alter und Altern

Gerontologie untersucht und beschreibt die Gesetzmäßigkeiten des Alternsprozesses. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung zwischen den Begriffen "Alter" und "Altern" zu unterscheiden. Alter beschreibt einen Zustand und wird meist angewandt, wenn es um die Klärung der Lebensphase "höheres Erwachsenenalter" geht. Altern ist ein Prozeß, in welchem die Mechanismen des Alterns erörtert werden, welche sich dynamisch entwickelt haben und veränderbar sind. Im Fokus dieser Untersuchungen stehen die Lebenswelten des alternden Menschen. Diese Lebenswelten werden vom Menschen selbst beeinflußt und ebenso wirken andere Personen auf diese Lebenswelten ein (interindividuelle und intraindividuelle Faktoren). Lebenswelten stellen sowohl einen Zustand dar und sind ebenso geprägt von einer Prozeßhaftigkeit. Anhand dieser Betrachtungen und Beschreibungen können Regularien und Allgemeingültigkeiten festgestellt und Zukunftsprognosen erstellt werden. Mittels dieser wiederum können Möglichkeiten erörtert werden, diese Prognosen zu modifizieren.

Gerontologie in den Wissenschaften

Gerontologische Forscher stehen oftmals vor der schwierigen Aufgabe, sich für eine Forschungsmethode zu entscheiden, da Alter sowohl im Sinne einer meßbaren Bestandsaufnahme der Lebensphase untersucht werden kann (biologische, psychische, soziale, kulturelle Faktoren), als auch unter dem Aspekt des Alternsprozesses, was das Einbeziehen der Lebens- und Kulturgeschichte bedingt. Entschieden werden muß daher über die Art der Forschungsmethode für die jeweilige Fragestellung (Quantitative oder Qualitative Methoden, Quer- oder Längsschnittuntersuchungen).

Gerontologie ist noch keine ausgeprägte interdisziplinäre Wissenschaft. Vielmehr werden Untersuchungen von den verschiedenen Wissenschaften separat durchgeführt, wodurch eine Vielfalt an Forschungsansätzen entsteht. Daher wird einerseits die Forderung laut, die verschiedenen Wissenschaften miteinander zu verbinden um eine einheitliche und gezielte Forschung zu betreiben, andererseits wird die Zusammenarbeit der Wissenschaftsbereiche auch kritisch betrachtet. Es wird auf die Gefahr hingewiesen, daß die Untersuchungen dadurch ihre Vielfalt verlieren und somit einseitig und inflexibel werden könnten. Wissenschaften, die sich mit gerontologischer Forschung befassen sind u.a.: Anthropologie, Biologie, Soziologie, Psychologie, Psychiatrie, Medizin, Pharmakologie, Philosophie, Theologie und Pädagogik.

Die Geschichte der Alternsforschung

Die Geschichte der Alternsforschung wird allgemein in drei Phasen unterteilt.

1. Frühperiode (1835-1918) Veränderungen des Alters wurden unter dem medizinischen Aspekt objektiv erfaßt.

2. Zwischen den Weltkriegen (1918-1939): Psychische Aspekte des Alters wurden in Amerika und Rußland überwiegend experimentell untersucht. In diesen Zeitraum fällt die Gründung des ersten gerontologischen Forschungsinstitutes an der Stanford Universität in Amerika. Als Grund für die Fokussierung der Forschung auf die ältere Generation wird die wirtschaftliche Krise (1929) angenommen, wodurch ältere Arbeitnehmer zum sozialen Problem degenerierten.

3. Expansionsphase (seit 1945): Soziologische Betrachtungen wurden nun parallel zu psychischen und medizinischen durchgeführt. Mit dem von COWDRY 1939 verfaßten Buch "Problems of Aging" findet erstmals eine Infragestellung der medizinischen Altersdefinition statt. Die Expansion der Alternsforschung manifestiert sich zudem in der Gründung der "Zeitschrift für Altersforschung" (1938/39), der "Deutschen Gesellschaft für Altersforschung" (1967), des "Kuratoriums Deutsche Altershilfe" (1963) und des "Deutschen Zentrum für Altersfragen" (1973).

Disziplinen

Alternsforschung untersucht ganzheitlich den alternden Menschen. Das soziale Umfeld und die Biographie sind daher von entscheidender Bedeutung. Innerhalb der Alternsforschung wird zwischen fünf Disziplinen unterschieden:

- Geriatrie (Altersmedizin)
- biologische Gerontologie
- Gerontopsychologie
- Gerontosoziologie
- Geragogik (als Bereich der Interventionsgerontologie)