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  Soziologie des Alterns

Sozialwissenschaftliche Alternstheorien Drucken

Soziologie ist eine Wissenschaft. Gegenstand der Soziologie sind formale und inhaltliche Lebenszusammenhänge von Gesellschaftsformen. Dabei geht es um heutige und historische Gesellschaftsformen. Die soziale Stellung und Versorgung älterer Menschen ist nicht nur ein ganz persönliches Problem, sondern ein gesellschaftliches. Soziologie untersucht nun die formalen Zusammenhänge (Arbeit, Rente, Wohnsituation, Finanzen) und die inhaltlichen Aspekte (abweichendes Verhalten, Familienbeziehungen) der Lebensphase "Alter".

Sozialwissenschaftliche Alternstheorien

Sozialwissenschaftliche Alternstheorien sollen die soziale Wirklichkeit interpretieren, um mit den gewonnenen Erkenntnissen mögliche L�sungswege zu erarbeiten.

Alter als Stigma

Stigma bedeutet, da� ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen durch Voreingenommenheit, Klischees und Gemeinpl�tze diskriminiert oder mit einem negativen Bild belegt werden. Alten Menschen wird oft mit Vorurteilen begegnet, d.h. ihnen werden gruppenspezifische negative Eigenschaften zugeschrieben. Dies ist bedingt durch die Gesellschaft, die die Ideale 'jung', 'dynamisch' und 'erfolgreich' vertritt. Altsein wird f�lschlicherweise mit mangelnder geistigen Leistungsf�higkeit, Krankheit und Pflegebed�rftigkeit gleichgesetzt. 'Alt' wird ebenso assoziiert mit 'unmodern', 'unzeitgem��' und 'inaktiv'. Es geschieht leicht, da� derartige Attribute als Norm klassifiziert werden. Dies geschieht aus zwei Gründen: eine Gruppe 1 hat ein Interesse daran Gruppe 2 zu stigmatisieren und zwar aus Gründen der Machtverh�ltnisse (die bestehen oder entstehen sollen), damit Gruppe 1 automatisch positive Attribute erh�lt oder die Zuschreibung eines Merkmalprofils auf eine Gruppe dient der Orientierung innerhalb von Handlungsmustern. Ein bestimmtes Verhalten wird erwartet und diese Erwartungen sollen erf�llt werden. Die Folgen der Stigmatisierung sind daher eine Anpassung an die Erwartungen, die an �ltere Menschen herangetragen werden. So wird erwartet, da� der Arbeitsplatz für J�ngere Mitarbeiter freigegeben wird, es wird erwartet, da� der alte Mensch selbstverst�ndlich mit weniger finanziellen Mitteln auskommt, es wird erwartet, da� der alte Mensch 'in seinen Reihen' bleibt. Dieses normgerechte Verhalten wird sanktioniert, d.h. es wird mit positiven oder negativen Mitteln best�rkt. Das Fremdbild (z.B. 'er/sie kann nicht mehr alleine über die Stra�e gehen') wird zwangsl�ufig zum Selbstbild, da der alte Mensch durch das Fremdbild (Abh�ngigkeit von Hilfe) Zuwendung und Aufmerksamkeit erf�hrt oder eben bei Ablehnung von Hilfe, auf Intoleranz st��t.

Aktivit�tstheorie

Kann die Aktivit�t, die man w�hrend des Berufslebens aufgebracht hat, in das Alter transportiert werden, so k�nnen mittels Aktivit�t Verluste kompensiert werden. Verluste, die v.a. mit dem Berufsaustritt empfunden werden sind der Verlust der Rolle (als Berufst�tiger, Kollege, ect,), der Verlust an Kontakten (Kollegen, t�gl. Routinekontakte, ect.) und der Verlust an Funktionen (berufl. Relevanz, d.h. Vermitteln von Erfahrung, private Relevanz, d.h. Vermitteln von Lebenserfahrung/Traditionen an Kinder/Enkel). Je aktiver also das Leben vor dem Berufsaustritt war, desto leichter kann man im Ruhestand Kontakte pflegen, Besch�ftigungen finden und Verluste ausgleichen.

Disengagementtheorie

für Cumming und Henry (1961) ist Disengagement (sozialer R�ckzug) ist die Voraussetzung für erfolgreiches Altern. Der Verlust von Kontakten und Aktivit�ten wird positiv angesehen, da dieses zun�chst unab�nderlich ist. Man geht davon aus, da� Aktivit�t in das Alter transportiert wird und fehlende Aktivit�t ebenso. Daher müssen im Alter neue Formen der Aktivit�t nicht entwickelt werden, da dies nicht zur Zufriedenheit betragen wird. Der R�ckzug aus den Lebensbereichen wird hier als biologischer Proze� angesehen, der vollkommen nat�rlich ist und letztendlich notwendig und erwartet wird, um allen Gesellschaftsmitgliedern gerecht zu werden (J�ngere k�nnen auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt werden und �ltere verlangen nach Ruhe). Planungen für die Zeit des Ruhestandes indes erleichtern die Anpassung an den Ruhestand.