Faktoren demographischen Alterns
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Nationen und Ländern im Hinblick auf den Altenanteil differenzieren stark.
Nur ein kleiner Teil aller Länder der Welt weisen hohe Altenanteile auf, diese Länder sind meist hochindustrialisiert.
Sie sind gekennzeichnet durch niedrige Geburten- und Sterberaten. Die Nord- und westeuropäischen Länder sind diejenigen mit
den höchsten Altenanteilen. In Nord- und Westeuropa nahm die Altenquote (über 65 Jahre) seit 1900 zu. Die Kinderquote,
die 1940/1950 einen Tiefpunkt erreicht hat, danach wieder anstieg um zwischen 1960/70 wieder zu sinken zeigt, daß ein
Bevölkerungswachstum und Überalterung gemeinsam aufgetreten sind. Verminderung des Bevölkerungswachstums hat eine Vermehrung
des Altenanteils zur Folge. (typischer demographischer Prozeß: Abnahme der Jugendlichen bei gleichzeitiger Zunahme des
Altenanteils).
Lebenserwartung bedeutet nicht eine Verlängerung des Lebens, sondern, daß Neugeborene eine größere Chance haben, alt zu werden.
Sterblichkeitsrückgänge (Säugling-Kindersterblichkeit, Alterssterblichkeit, Sterblichkeit jüngerer Erwachsener, Sterblichkeit
nach Geschlecht) trifft nicht alle Altersgruppen gleich stark. V.a. Kinder- (Hygiene) und Alterssterblichkeit (Medikamente)
sind zurückgegangen.
Langfristig wird die Bevölkerungsstruktur durch folgende Momente bestimmt:
1. durch rechtlich fixierte Monogamie
2. durch die Zahl der erzeugten Kinder in der Ehe
3. durch die Praktiken der Geburtenkontrolle vor dem Hintergrund sich wandelnder Normen
4. durch Eheschließungs-- und Eheauflösungsgewohnheiten und durch die Zahl der Ehefähigen.
Die Weltbevölkerung wächst. Im Jahr 2000 soll es rund 6,5 Mrd. Menschen geben, wovon 5 Mrd. in unterentwickelten Ländern leben.
Da davon ausgegangen werden kann, daß die Hilfs- und Pflegeabhängigkeit im höheren alter bei durchschnittlich verschlechtertem
Gesundheitszustand zunimmt, so nehmen soziologische Probleme zu. Für die öffentlichen Haushalte bedeutet dies v.a. eine
erhöhte Belastung durch Alte.
Überwiegend ältere Menschen sind in Heimen untergebracht und somit hilfs- und pflegeabhängig. Statistisch gibt es mehr alte
Frauen, als Männer. Das Altersproblem wird heute und in Zukunft somit quantitativ zunächst ein Problem der alten Frauen sein
(Verweiblichung oder Feminisierung des Alters).
Es überleben überwiegend die verwitweten alten Frauen. Nur 1/3 der älteren Frauen sind noch verheiratet
(gegenüber 3/4 der älteren Männer. Die Lebenserwartung der Männer ist durchschnittlich niedriger, was als Folge des 2.
Weltkrieges gewertet wird. Vom Familienstand wird v.a. die Wohnsituation, die Einkommenssituation, die Chance der
Wiederverheiratung, und die Unterbringung in Einrichtungen der Altenhilfe beeinflußt.
Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird anwachsen. Dies übt Druck auf ältere Berufstätige in Verbindung mit knapper
werdenden Arbeitsplätzen aus, was häufig zur Frührente führt. Quantitativ gibt es mehr alte Frauen und somit konzentrieren
sich auch Altersproblematiken auf ältere Frauen. In Großstädten ist der Anteil an alten Frauen am größten. Der Großteil ist
verwitwet. Sie wohnen mit zunehmendem Alter eher allein (Zunahme der Einpersonenhaushalte - Abnahme der Mehrpersonenhaushalte).
Ältere Frauen wohnen eher in schlecht ausgestatteten Wohnungen und auch eher in Altenheimen. Viele von ihnen leben am Rande
des Existenzminimums, was sich auch darin äußert, daß dreimal so viele Frauen Sozialhilfeempfänger sind als Männer.
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