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Altersdepression
Inhalt Was ist eine Depression? Eine Definition, wie sie medizinisch möglich ist, läßt sich in der Psychologie nur anhand von Symptomen zuordnen. Eine Depression ist eine affektive Störung, d.h. eine Störung der Gefühlswelt. Diese Störung tritt entweder in Form der Depression oder in Form der Manie auf. Depression ist keine Geisteskrankheit, sondern eine Erkrankung des Gemüts. Depression (lat. Lustlosigkeit, Bedrücktheit) bedeutet Traurigkeit, Besorgnis, Lustlosigkeit, gedrückte Stimmung, Verlust an Interesse und Freude, Verminderung des Antriebs mit erhöhter Ermüdbarkeit, Einschränkung der Aktivitäten, häufig sozialem Rückzug, sowie Durchschlafstörungen mit Schlafverkürzung, Appetit- und Verdauungsstörungen u.a. Als Urachen einer Depression gelten: genetische Faktoren: Neigung zu affektiven Störungen ist vererblich psychologische Faktoren: Erfahrungen der Kindheit, negative Selbstbilder, emotionales Überbedürfnisse biologische Faktoren: veränderter Neurotransmittlerhaushalt, veränderter Hormonhaushalt Als Auslöser einer Depression gelten: psychologische Auslöser: krisenhafte Ereignisse, anhaltende Konflikte in Partnerschaft oder Beruf, Stress am Arbeitsplatz biologische Auslöser: Veränderungen des Hormonhaushalts, Überbelastung, Stress Depressionsarten
Bei rund 80% der Depressiven konnte nach einer Behandlung eine Heilung oder Besserung beobachtet werden. Rückfälle sind jedoch nie auszuschließen. 17% aller Deutchen leiden im Verlauf ihres Lebens mindestens einmal tatsächlich an einer Depression. Bei Frauen treten Depressionen doppelt so häufig auf, wie beim Mann. Depression im Alter Im höheren Alter treten Depressionen nicht häufiger auf, als im Erwachsenenalter. Dennoch existieren einige Faktoren, die Depressionen im Alter auslösen können und die im Alter wahrscheinlicher auftreten. Dazu gehörten: 1. körperliche Erkrankungen 2. Tod von Partner und Freunden 3. Wohnortwechsel 4. finanzielle Belastungen Schätzungsweise leiden 11-18% der über 60jährigen an schweren Depressionen, 15% an einer leichten Form der Krankheit. Bei Altenheimbewohnern ist die Depression noch häufiger mit bis zu 50%. Die Zahl der an Depressionen Leidenden kann höher liegen aufgrund dessen, dass 1. alte Menschen ihre Beschwerden bagatellieren 2. diese fehldiagnostiziert werden als Alterssymptom 3. diese als Begleiterscheinung einer Krankheit angenommen und nicht behandelt werden 4. das Nachlassen von Konzentration und Merkfähigkeit als normale Alterserscheinung angenommen wird und nicht als Symptom einer Depression Krankheiten können eine Depression auslösen und die Depression kann sogar als Symptom dieser Krankheit gewertet werden: z.B. Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, Demenz vom Alzheimer-Typ, Morbus Parkinson, Spät-Alkoholismus. Dies mag auch eine Erklärungsansatz dafür sein, daß der Anteil an depressiven Patienten in Altenheimen derart hoch ist. a) Multimorbidität, b) per se geringere Sozialkontakte c) Isolation. Auch Medikamente können depressive Störungen verursachen, am bekanntesten ist dies der Fall bei verschiedenen Herz-Kreislaufmedikamenten, Kortison und der Antibabypille. Folgende Konflikte können eine Depression im Alter auslösen: 1. das Gefühl des Verlassenwerdes durch die Kinder 2. das Gefühl der Sinnlosigkeit der eigenen Person aufgrund der Berufsaufgabe 3. posttraumatische Störungen (Kriegserlebnisse, Gewalterlebnisse) Eine Behandlungsmethode Der Tübinger Psychologieprofessor Martin Hautzinger hat für Altersdepressive Methoden zur Alltagsbewältigung entwickelt und erhielt dafür den Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und Gerontopsychotherapie. Gemeinsam mit dem Therapeuten sollen die Patienten die Einsicht in ihre Situation gewinnen und durch gezieltes Training schrittweise ihren Alltag wieder besser und vor allem aktiver gestalten lernen. Die kognitive Verhaltenstherapie ist in der Psychologie eine gängige Behandlungsmethode bei depressiven Störungen. Der Patient und der Therapeut kooperieren, erörtern gemeinsam die Probleme und suchen nach den indivuduellen, kognitiven Blockaden. Grundgednake der Kognitiven Verhaltenstherapie ist die wechselseitige Beziehung von Fühlen, Denken und Handeln. Gefühle beeinflussen Handeln und Denken und umgekehrt. Diese Zirkularität soll durchbrochen werden. Wichtigstes Instrument ist der Wochenplan, in dem ältere Patienten ihre Tätigkeiten, Stimmungen und Ereignisse protokollieren und sich selbst beobachten. Bücher zum Thema Altersdepression Depressive Störungen im Alter. Epidemiologie und soziale Bedingungen. Christian Adam Juventa Verlag, Weinheim 1998 ISBN: 3779911787 Neuen Lebensmut gewinnen. Altersdepressionen verstehen und überwinden. Petsch, Hans-Joachim Claudius Verlag 1999 ISBN: 3-532-64508-4 Links zum Thema Links zum Thema Depression ~ ABENTEUER WISSENSCHAFT, Südwest 3 Das Buch Altersdepression Erkennen und Behandeln ~ Linguamed Verlag "Vom Stimmungstief zur großen Leere: Depressionen (1)" ~ BR-Online Auch im Alter sind Depressionen heilbar ~ Die Welt Fortbildungsangebot zur Altersdepression ~ Arbeitskreis Depression Wenn das Altwerden schwer fällt ~ Informationsdienst Wissenschaft Altersdepression ~ "MedizInfo" |











