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Alterskrankheiten und Prophylaxe Drucken

Eine Alternstheorie besagt, daß das Altern nach einer inneren biologischen Uhr abläuft, dies bedeutet, daß Altern genetisch verankert ist. Eine zweite Theorie besagt, daß das Altern ein Ergebnis der Fehlerhäufung im DNS-Molekül ist. Neuere Untersuchungen besagen, daß die Wahrscheinlichkeit, daß Altern auf der molekularen oder zellulären Ebene verursacht wird sehr gering ist.

Ein wesentliches Phänomen des Alterns ist die Abnahme der psychischen und physischen Anpassungsfähigkeit. Dies geschieht v.a. dort, wo auch Krankheiten vorhanden sind. Die Verminderung der Anpassungsfähigkeit wird verursacht durch die Veränderung aller Gewebe, Organe und Organsysteme. Die Organe altern nicht synchron. Morphologische Veränderungen sind die Verminderung des Gewebebestandes, die Einlagerung veschiedener Alterspigmente im Gewebe und in den Organen. Es kommt zu einer Leistungsminderung der Organe.

Organfunktionsstörungen werden nicht direkt durch Altern selbst hervorgerufen, sondern durch die alternden Krankheiten. Diese sind meist chronisch. Neben den alternden Krankheiten sind die primären Alterskrankheiten von besonderer Bedeutung. Sie treten im Alter erstmals auf und sind häufig. Dazu gehört z.B. Diabetes mellitus, Arteriossklerose, u.a. Als drittes sind Krankheiten im Alter zu nennen, die in allen Lebensabschnitten auftreten können, die aber meist alte Menschen betreffen. Dies drei Krankheitsformen können unabhängig voneinander und zeitlich synchron auftreten. Dies führt zu einer Zunahme der Häufigkeit von Erkrankungen im Alter, der Fachbegriff dafür lautet: Multimorbidität. Ein häufiges Leitsymptom ist die Atemnot durch z.B. die Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche), Atemwegserkrankungen und Blutarmut. Zu den häufigsten Erkrankungen betagter Menschen gehören: Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems, Stärkungen des Bewegungs- und Stützapparates, Magen-Darm-Störungen, Stärkungen des Uro-Genital-Systems, Bösartige Neubildungen (Lungen- und Brustkrebs), Hör- und Sehstörungen, Erkrankungen der Atemwege und zerebrovaskuläre, psychische und hirnorganische Störungen.

Geroprophylaxe soll vorbeugende Maßnahmen und medizinische Anpassungshilfen bieten um den typischen Leistungsknick im 6. Lebensjahrzehnt zu verhindern. Diese sollte schon früh einsetzten, da in mittleren Lebensjahren bereits Risiken bestehen, die die Gesundheit gefährden.

Ernährung bezieht sich auf den Energiebedarf und die Zusammensetzung der Nahrung. Der Kalorienbedarf ist abhängig von der körperlichen Aktivität. Übergewicht im Alter belastet Herz, Kreislauf und Stoffwechselorgane und setzt die Lebenserwartung herab. Der Kalorienbedarf reduziert sich im Alter, meist aufgrund vom Immobilität. Insbesondere muß bei der Nahrung im Alter auf die Fettzufuhr und auf Alkoholkonsum geachtet werden. 28 (Männer)-47 (Frauen)% alter Menschen sind übergewichtig. 50% sind Normalgewichtig. Oft werden bei alten Menschen auch Nährstoffdefizite entdeckt. Dies betrifft v.a. Vitamin A, C, Kalzium und Eisen. Mangelhafte Ernährung hat ihre Ursache in den veränderten Essensgewohnheiten, Erkrankungen des Magen-Darm-Kanals, Alkoholismus und Medikamentenkonsum. Grundprinzip einer ausgewogenen Ernährung für den älteren Menschen kann eine kalorien- und fettarme, protein-, mineral- und vitaminreiche Ernährung bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr sein.

Es erbibt sich folgendes Konzept:
1. Anpassung der Energiezufuhr an den verminderten Bedarf
2. Vielseitige Lebensmittelauswahl
3. Geschmackvolle Zubereitung
4. Eiweiß-,. vitamin- und ballaststoffreiche Nahrungszusammensetzung
5. Überprüfung des Gebisses
6. Verteilung der Nahrungszufuhr auf kleine Einzelmahlzeiten
7. Ausreichende körperliche Bewegung

Auch im Alter sollte das Prinzip des Wechsels von Aktivität und Erholung gelten. Dabei ist die noch vorhandene Leistungsfähigkeit entscheidend für das Ausmaß der sportlichen Aktivität. Aktivität und Leistungsfähigkeit erhöht die Alltagsbelastbarkeit. Wichtig ist erstmal festzustellen, wie belastbar der alte Mensch noch ist, wie geschicklich und wie hoch die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit ist. Sinnvoll sind körperliche Aktivität und Sport, wenn sie auf Ausdauer abzielen. Geeignete Sportarten, im Hinblick auf nützliche Trainingseffekte wie z.B. Verbesserung des Herz- Kreislaufsystems, sind v.a. Laufen, Gehen, Radfahren, Schwimmen, je nachdem auch Gymnastik und Wandern.

Arbeit erzeugt sog. Ermüdungsstoffe, die auch im Alter vorhanden sind. Diese müssen abgebaut werden. Im Alter dienst hierfür v.a. der Mittagsschlaf. Urlaub ist im Alter durchaus noch möglich, doch sollte er in einem möglichst bequemen Transportmittel vollzogen werden. Tropisches Klima stellt ein Risiko dar. Andere Möglichkeiten sind das Mittelmeergebiet, Hochgebirge u.a. Die Ernährungsgewohnheiten sollten während des Urlaubs nicht umgestellt werden. Auch der gewohnte Tagesrythmus sollte soweit wie möglich beibehalten werden. Urlaub und Erholung sind von Kuren zu unterscheiden. Kuren beinhalten physikalische und hydrotherapeutische Anwendungen. Sie bieten einen festen Tagesrythmus und regelmäßige ärztliche Kontrolle.

Körperhygiene gewinnt bei alten Menschen aufgrund der Gefahr von bakteriellen Infektionen (Harn) an Bedeutung. Wichtig sind v.a. die Haut- und Zahnpflege. Trockene Haut kann zu Hauterkrankungen, Ekzemen oder Pilzerkrankungen führen. Zuviel Waschen ist aufgrund der erhöhten Regenerationszeit der Zellen im Alter nicht von Vorteil. Außerdem nimmt die Tätigkeit der Talgdrüsen im Alter ab.

Risikofaktoren sind überwiegend Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen, Nikotinkonsum und die diabetische Stoffwechsellage. Bluthochdruck, Übergewicht, Harnsäureerhöhung, Bewegungsmange, psychosoziale Streßfaktoren und genetische Veranlagung sind sogenannte Kofaktoren.

Vorsorgeuntersuchung und vorsorgliche Untersuchung wird auch Interventionsprophylaxe genannt, da sie Erkrankungen im Frühstadium erkennen können, um sie rechtzeitig zu behandeln. Vorsorgeuntersuchungen werden oft in Anspruch genommen. Das Interesse daran steigt mit zunehmendem Alter. Krankheitsfrüherkennung ist gerade bei Krebs sehr wichtig.

Der Sinn der Vorsorgemedizin liegt darin, Krankheiten früh zu erkennen, die Gesundheit zu kontrollieren und regelmäßig zu überprüfen. Die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung bezieht sich v.a. auf Krebsvorsorgeuntersuchungen. Sie werden von den Krankenkassen bezahlt.

Vorsorgeuntersuchungen sind in der Regel die gesetzlich bindenden. Die "anderen" nennt man vorsorgliche Untersuchung. Dies sind Untersuchungen, die der Arzt aufgrund der Nachfrage des Patienten durchführt. Sie betreffen v.a. die Blutzuckerwerte, Blutdruck, Herz-Kreislauf, Symptome wie anhaltender Husten, Blut in Harn oder Stuhl, Verfärbungen des Harns oder Stuhls und Schmerzen jeder Art oder werden aufgrund anderer Beschwerden durchgeführt. Sie ziehen oftmals Kontrolluntersuchungen nach sich.