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Stereotype des Alters und Alterns Drucken

Stereotype sind kollektive Vorstellungen und Assoziationen, die Individuen und Gruppen von Menschen haben, wenn sie bestimmte Begriffe hören.

Die Selbsteinschätzung alter Menschen ist eine Reflexion auf ihre Situation in der Gesellschaft. Unsere Gesellschaft ist jugendzentriert, Jugend und Alter sind Gegensätze. Schon im Kindes- und Jugendalter prägt sich das Bild von "den Alten". Das Altern selber, bzw. die Bewältigung ist ebenfalls abhängig von den Anpassungsprozessen in der Kindheit und Jugend. Auch der Beruf, bzw. die Berufswahl wirkt auf das Alter/n ein (Rente, Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Zufriedenheit). Nachdem man seinen Beruf aufgegeben hat, ist man in der Rolle der Rollenlosigkeit (Roleless role). Negative Urteile und Vorurteile dominieren den Altersstereotyp. Viele "junge" Menschen haben daraufhin Verantwortlichkeitsgefühle und Schuldgefühle gegenüber der älteren Generation.

Barron (1953) bezeichnet die Alten als eine Minorität, als diskriminierte Bürger zweiter Klasse. Drake (1957) bewies, daß intensiver Kontakt zwischen Alten und Jungen das Stereotyp des Alters nicht beeinflußt. Stereotype sind bereits bei Kindern ausgeprägt. Generell ist man jedoch dazu geneigt Alten in der eigenen Familie nicht so schnell negative Aspekte nachzusagen, als anderen alten Menschen.

Die Älteren werden gekennzeichnet durch: mangelnde Beweglichkeit und Wendigkeit, Anfälligkeit für Krankheiten, Neigung zur Bequemlichkeit, mangelnde Umstellungsfähigkeit, Widerstand gegenüber neuen Arbeitsmethoden, Widerstand gegenüber jüngeren Vorgesetzten, allgemeine Verlangsamung des Verhaltens, leichte Ermüdbarkeit, ect.

Jyrkilä (1960) untersuchte die Selbsteinstufung von alten Menschen. Mit zunehmendem Alter wird die Selbsteinstufung "alt" eher akzeptiert (von Männern noch eher als von Frauen). Frauen sind sich der negativen Behandlung durch die Umwelt wiederum mehr bewußt als Männer. Die Selbsteinschätzung ist schichtabhängig. Angehörige der unteren Schicht beschreiben sich mit weniger positiven Zügen als die der Mittel- oder Oberschicht.

Zusammenfassend: Das Selbstbild und seine Festlegung ist gekennzeichnet dadurch, daß die Bezeichnung "alt" hinausgezögert wird, erst ab ca. 70 Jahren rechnet man sich zu den Alten. Nicht das biologische Alter alleine ist ausschlaggebend für das Selbstbild. Männer sehen sich eher als "alt" an als Frauen. Auf die Selbsteinschätzung wirkt außerdem die Verschlechterung der Lebensumstände mit ein, v.a. der Gesundheitszustand spielt eine entscheidende Rolle. Dabei ist die Selbsteinschätzung nicht schichtunabhängig. Auf das negative Fremdbild reagiert man abwehrend.

Die Zeit zwischen dem 3. und 4. Lebensjahrzehnt wird im allgemeinen als die positivste angesehen, auch wenn hier sowohl Positives (z.B. Eheschließung) als auch Negatives (z.B. Geldnöte) aufgetreten ist. Negativ wird das 2. Lebensjahrzehnt angesehen (v.a. zwischen 13 und 19 Jahren, "Zeit der Beschränkung", aufgrund des Übergangs in die Erwachsenenphase). Das 5. Lebensjahrzehnt ist v.a. für Frauen negativ besetzt.

Subjektive Alternssymptome im Hinblick auf die Persönlichkeit zeigen die folgende Reihenfolge:
1. Erlebnisse, die das "Knappwerden" der Lebenszeit verdeutlichen,
2. Persönlichkeitsveränderungen und Veränderungen des Partnerschaftsverhältnissen,
3. Veränderungen des Aussehens und 4. die Veränderungen im intellektuellen Bereich.

Altersstereotype scheinen also einerseits zwangsläufig zu sein aufgrund des Alterungsprozesses, andererseits wird Altern abgewertet aufgrund von steigernder Unproduktivität in unserer leistungsorientierten Gesellschaft.

Herkunft und Entstehung von Altersstereotypen unterscheiden sich in drei Dimensionen:
1. Wissen, Kenntnisse über Alter und Altern: Die Aufklärung über Alterssituationen kann die Ansicht über das Alter/n positiv und negativ beeinflussen.
2. Erwartungen: je nach Lebensalter sind die Erwartungen an das Alter besonders negativ. Bei Jugendlichen zum Beispiel läßt sich eine negative Erwartung an das Alter feststellen. Die Erwartung wird positiver, je älter man wird.
3. Erfahrungen mit den Alten: Hier fehlt es noch an detaillierten Untersuchungen. Erfahrungen können sein: Generationenkontakte innerhalb der Familie, beruflicher Kontakt mit alten Menschen, Kontakte in der Öffentlichkeit (Straßenbahn, Supermarkt, ect.).

Die Entwicklung des Altersstereotyps hat demnach nicht nur eine einzige Ursache, sondern resultiert aus einem komplexen Vermittlungsprozeß. Dabei sind Ursachen von Verstärkern zu unterscheiden. Verstärker sind z.B.: Werbung (Fernsehen und Zeitungen), Bücher (v.a. Kinderbücher), Fernsehen (Programme für alte Menschen nicht zu Hauptsendezeiten, zu den Hauptsendezeiten eher Sendungen, die über Mißstände der Alten informieren); Presse (einerseits positive Artikel über Jubilare und Aktionen alter Menschen z.B. in Heimen, andererseits Artikel über Mißstände), Witze (bei denen die negative Sicht über das Altern dominiert).

Die Wirksamkeit von Altersstereotypen läßt sich v.a. bei der Arbeitgeber/Arbeitnehmersituation erkennen. Ältere Menschen sind eher von Arbeitslosigkeit betroffen.