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(MitbestErgG) Mitbestimmungserg�nzungsgesetz, Gesetz zur Erg�nzung des Gesetzes über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Aufsichtsr�ten und Vorst�nden der Unternehmen des Bergbaus und der Eisen und Stahl erzeugenden Industrie Drucken

vom 7. August 1956 (BGBI. I S. 707)


ARTIKEL 1

Mitbestimmung in herrschenden Unternehmen

� 1

(Anwendungsbereich)

Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Aufsichtsr�ten und den zur gesetzlichen Vertretung berufenen Organen von Unternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, einer Gesellschaft mit beschr�nkter Haftung oder einer bergrechtlichen Gewerkschaft mit eigener Rechtspers�nlichkeit, die ein Unternehmen beherrschen, in dem die Arbeitnehmer nach den Vorschriften des Gesetzes über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den Aufsichtsr�ten und Vorst�nden der Unternehmen des Bergbaus und der Eisen und Stahl erzeugenden Industrie (Montan-Mitbestimmungsgesetz) vom 21. Mai 1951 (BGBl. I S. 347) ein Mitbestimmungsrecht haben, regelt sich nach den Vorschriften dieses Gesetzes.

� 2

(Anwendung des Montan-Mitbestimmungsgesetzes)

Liegen bei dem herrschenden Unternehmen nach seinem eigenen überwiegenden Betriebszweck die Voraussetzungen für die Anwendung des Montan-Mitbestimmungsgesetzes vor, so gilt für das herrschende Unternehmen das Montan-Mitbestimmungsgesetz. Dies gilt auch, solange in dem herrschenden Unternehmen das Mitbestimmungsrecht nach � 1 Abs. 3 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes fortbesteht.

� 3

(Unternehmenszweck des Konzerns)

(1) Liegen bei dem herrschenden Unternehmen die Voraussetzungen für die Anwendung des Montan-Mitbestimmungsgesetzes nach � 2 nicht vor, wird jedoch der Unternehmenszweck des Konzerns durch Konzernunternehmen und abh�ngige Unternehmen gekennzeichnet, die unter das Montan-Mitbestimmungsgesetz fallen, so gelten für das herrschende Unternehmen die �� 5 bis 13. Ist das herrschende Unternehmen eine Gesellschaft mit beschr�nkter Haftung oder eine bergrechtliche Gewerkschaft mit eigener Rechtspers�nlichkeit, so findet � 3 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes entsprechende Anwendung.

(2) Der Unternehmenszweck des Konzerns wird durch die unter das Montan-Mitbestimmungsgesetz fallenden Konzernunternehmen. und abh�ngigen Unternehmen gekennzeichnet, wenn diese Konzernunternehmen und abh�ngigen Unternehmen insgesamt

1. mindestens ein F�nftel der Ums�tze s�mtlicher Konzernunternehmen und abh�ngigen Unternehmen erzielen, jeweils vermindert um die in den Ums�tzen enthaltenen Kosten für fremdbezogene Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für Fremdleistungen, oder

2. in der Regel mehr als 2000 Arbeitnehmer besch�ftigen.

Soweit Konzernunternehmen und abh�ngige Unternehmen Ums�tze erzielen, die nicht auf der Ver�u�erung selbsterzeugter, bearbeiteter oder verarbeiteter Waren beruhen, ist ein F�nftel der unverminderten Ums�tze anzurechnen.

� 4

(Ermittlung der Montanquote)

(1) Das nach � 3 ma�gebliche Umsatzverh�ltnis hat der Abschlu�pr�fer des herrschenden Unternehmens zu ermitteln. Ist der Jahresabschlu� des herrschenden Unternehmens nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften durch Abschlu�pr�fer zu pr�fen, so wird das Umsatzverh�ltnis von einem in entsprechender Anwendung der �� 318, 319 Abs. 1 bis 3 des Handelsgesetzbuchs zu bestellenden Pr�fer ermittelt.

(2) Der Pr�fer hat für jedes Gesch�ftsjahr vor Ablauf von f�nf Monaten nach dessen Ende über das Ergebnis seiner Ermittlungen schriftlich zu berichten. Der Bericht ist den VerwaltungsTrägern des herrschenden Unternehmens vorzulegen.

(3) Der Pr�fer hat, soweit dies für seine Ermittlungen erforderlich ist, gegenüber s�mtlichen Konzernunternehmen und abh�ngigen Unternehmen die ihm nach � 320 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 des Handelsgesetzbuchs zustehenden Rechte. � 323 des Handelsgesetzbuchs ist anzuwenden.

(4) Hat der Aufsichtsrat Bedenken gegen die von dem Pr�fer getroffenen Feststellungen, so hat der Pr�fer auf Verlangen des Aufsichtsrats die beanstandeten Feststellungen zu überprüfen und über das Ergebnis zu berichten.

(5) Das zur gesetzlichen Vertretung berufene Organ des herrschenden Unternehmens hat das festgestellte Umsatzverh�ltnis und die abschlie�ende Stellungnahme des Aufsichtsrats unverz�glich den Betriebsr�ten (Gesamtbetriebsr�ten) der Konzernunternehmen und abh�ngigen Unternehmen sowie den nach � 7 vorschlagsberechtigten Spitzenorganisationen der Gewerkschaften mitzuteilen.

(6) Die Abs�tze 1 bis 5 sind nicht anzuwenden, wenn die Voraussetzungen des � 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 vorliegen.

� 5

(Zusammensetzung des Aufsichtsrats)

(1) Der Aufsichtsrat besteht aus f�nfzehn Mitgliedern. Er setzt sich zusammen aus

a) sieben Vertretern der Anteilseigner,

b) sieben Vertretern der Arbeitnehmer,

c) einem weiteren Mitglied.

Bei Unternehmen mit einem Gesellschaftskapital von mehr als f�nfzig Millionen Deutsche Mark kann durch Satzung oder Gesellschaftsvertrag bestimmt werden, da� der Aufsichtsrat aus einundzwanzig Mitgliedern besteht. In diesem Fall betr�gt die Zahl der in Satz 2 Buchstabe a und b bezeichneten Mitglieder je zehn.

(2) für die Bestellung der in Absatz 1 Satz 2 Buchstabe a genannten Mitglieder gilt � 5 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes; für ihre Abberufung gilt � 103 des Aktiengesetzes.

(3) Auf das in Absatz 1 Satz 2 Buchstabe c genannte Mitglied findet � 4 Abs. 2 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes Anwendung. für seine Bestellung gilt � 8 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes, wobei an die Stelle des � 6 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes die �� 6 bis 10h dieses Gesetzes treten; für seine Abberufung gilt � 11 Abs. 3 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes.

(4) � 4 Abs. 3 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes findet Anwendung.

(5) Arbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes sind Arbeiter und Angestellte. Die in � 5 Abs. 2 des Betriebsverfassungsgesetzes bezeichneten Personen sind keine Arbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes. Arbeiter im Sinne dieses Gesetzes sind die in � 6 Abs. 1 des Betriebsverfassungsgesetzes bezeichneten Arbeitnehmer. Angestellte im Sinne dieses Gesetzes sind die in � 6 Abs. 2 des Betriebsverfassungsgesetzes bezeichneten Arbeitnehmer.

� 6

(Arbeitnehmervertreter)

(1) Unter den Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer müssen sich f�nf Arbeitnehmer von Konzernunternehmen und zwei Vertreter von Gewerkschaften befinden. Besteht der Aufsichtsrat aus einundzwanzig Mitgliedern, so müssen sich unter den Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer sieben Arbeitnehmer von Konzernunternehmen und drei Vertreter von Gewerkschaften befinden.

(2) Die in Absatz 1 bezeichneten Arbeitnehmer müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben, ein Jahr einem Konzernunternehmen angeh�ren und die weiteren W�hlbarkeitsvoraussetzungen des � 8 des Betriebsverfassungsgesetzes erf�llen.

(3) Die in Absatz 1 bezeichneten Gewerkschaften müssen im Konzern vertreten sein.

� 7

(Wahl durch Delegierte oder unmittelbare Wahl)

(1) Die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer eines Konzerns mit in der Regel mehr als 8000 Arbeitnehmern werden durch Delegierte gew�hlt, sofern nicht die wahlberechtigten Arbeitnehmer die unmittelbare Wahl beschlie�en. für die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer durch Delegierte gelten die �� 8 bis 10f und 10h.

(2) Die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer eines Konzerns mit in der Regel nicht mehr als 8000 Arbeitnehmern werden in unmittelbarer Wahl gew�hlt, sofern nicht die wahlberechtigten Arbeitnehmer die Wahl durch Delegierte beschlie�en. für die unmittelbare Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer gelten die �� 10g und 10h.

(3) Zur Abstimmung darüber, ob die Wahl durch Delegierte oder unmittelbar erfolgen soll, bedarf es eines Antrags, der von einem Zwanzigstel der wahlberechtigten Arbeitnehmer des Konzerns unterzeichnet sein mu�. Die Abstimmung ist geheim. Ein Beschlu� nach Absatz 1 oder 2 kann nur unter Beteiligung von mindestens der H�lfte der wahlberechtigten Arbeitnehmer und nur mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefa�t werden.

� 8

(Wahl der Delegierten)

(1) Sind nach � 7 die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer durch Delegierte zu wählen, so wählen in jedem Betrieb des Konzerns die Arbeiter und die Angestellten in getrennter Wahl, geheim und nach den Grunds�tzen der Verh�ltniswahl Delegierte. Auf Nebenbetriebe und Betriebsteile sind � 4 des Betriebsverfassungsgesetzes und nach � 3 Abs. 1 Nr. 3 des Betriebsverfassungsgesetzes in Tarifvertr�gen getroffene Regelungen über die Zuordnung von Betriebsteilen und Nebenbetrieben anzuwenden.

(2) Abweichend von Absatz 1 werden die Delegierten in gemeinsamer Wahl gew�hlt, wenn die wahlberechtigten Arbeiter und Angestellten dies in getrennten, geheimen Abstimmungen beschlie�en. Beschl�sse nach Satz 1 k�nnen jeweils nur auf Antrag eines Zwanzigstels und unter Beteiligung von mindestens der H�lfte der wahlberechtigten Gruppenangeh�rigen sowie nur mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefa�t werden.

(3) Wahlberechtigt für die Wahl von Delegierten sind diejenigen Arbeitnehmer der Konzernunternehmen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

(4) Zu Delegierten w�hlbar sind die in Absatz 3 bezeichneten Arbeitnehmer, die die weiteren W�hlbarkeitsvoraussetzungen des � 8 des Betriebsverfassungsgesetzes erf�llen.

(5) Wird für einen Wahlgang nur ein Wahlvorschlag gemacht, so gelten die darin aufgef�hrten Arbeitnehmer in der angegebenen Reihenfolge als gew�hlt. � 9 Abs. 2 ist anzuwenden.

� 9

(Errechnung der Zahl der Delegierten)

(1) In jedem Betrieb entf�llt auf je 60 wahlberechtigte Arbeitnehmer ein Delegierter. Ergibt die Berechnung nach Satz 1 in einem Betrieb für eine Gruppe mehr als

1. 30 Delegierte, so vermindert sich die Zahl der zu wählenden Delegierten auf die H�lfte; diese Delegierten erhalten je zwei Stimmen;

2. 90 Delegierte, so vermindert sich die Zahl der zu wählenden Delegierten auf ein Drittel; diese Delegierten erhalten je drei Stimmen;

3. 150 Delegierte, so vermindert sich die Zahl der zu wählenden Delegierten auf ein Viertel; diese Delegierten erhalten je vier Stimmen.

Bei der Errechnung der Zahl der Delegierten werden Teilzahlen voll gez�hlt, wenn sie mindestens die H�lfte der vollen Zahl betragen.

(2) Die Arbeiter und die Angestellten müssen unter den Delegierten in jedem Betrieb entsprechend ihrem zahlenm��igen Verh�ltnis vertreten sein. Sind in einem Betrieb mindestens neun Delegierte zu wählen, so entf�llt auf die Arbeiter und die Angestellten mindestens je ein Delegierter; dies gilt nicht, soweit in dem Betrieb nicht mehr als f�nf Arbeiter oder Angestellte wahlberechtigt sind. Entf�llt auf die Arbeiter oder die Angestellten lediglich nach Satz 2 ein Delegierter, so vermehrt sich die nach Absatz 1 errechnete Zahl der Delegierten des Betriebs um einen.

(3) Soweit nach Absatz 2 auf die Arbeiter und die Angestellten eines Betriebs nicht mindestens je ein Delegierter entf�llt, gelten diese für die Wahl der Delegierten als Arbeitnehmer des Betriebs der Hauptniederlassung des betreffenden Konzernunternehmens. Soweit nach Absatz 2 und nach Satz 1 auf die Arbeiter und die Angestellten des Betriebs der Hauptniederlassung nicht mindestens je ein Delegierter entf�llt, gelten diese für die Wahl der Delegierten als Arbeitnehmer des nach der Zahl der wahlberechtigten Arbeitnehmer gr��ten Betriebs des betreffenden Konzernunternehmens.

(4) Entf�llt auf einen Betrieb kein Delegierter, so ist Absatz 3 entsprechend anzuwenden.

(5) Die Eigenschaft eines Delegierten als Delegierter der Arbeiter oder der Angestellten bleibt bei einem Wechsel der Gruppenzugeh�rigkeit erhalten.

� 10

(Wahlvorschl�ge für Delegierte)

(1) Zur Wahl der Delegierten k�nnen die wahlberechtigten Arbeitnehmer des Betriebs Wahlvorschl�ge machen. Jeder Wahlvorschlag für Delegierte

1. der Arbeiter mu� von einem Zehntel oder 100 der wahlberechtigten Arbeiter,

2. der Angestellten mu� von einem Zehntel oder 100 der wahlberechtigten Angestellten des Betriebs unterzeichnet sein.

(2) Jeder Wahlvorschlag soll mindestens doppelt so viele Bewerber enthalten, wie in dem Wahlgang Delegierte zu wählen sind.

� 10a

(Amtszeit der Delegierten)

(1) Die Delegierten werden für eine Zeit gew�hlt, die der Amtszeit der von ihnen zu wählenden Aufsichtsratsmitglieder entspricht. Sie nehmen die ihnen nach den Vorschriften dieses Gesetzes zustehenden Aufgaben und Befugnisse bis zur Einleitung der Neuwahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer wahr.

(2) In den F�llen des � 7 Abs. 1 endet die Amtszeit der Delegierten, wenn

1. die wahlberechtigten Arbeitnehmer nach � 7 Abs. 1 die unmittelbare Wahl beschlie�en;

2. der Konzern nicht mehr die Voraussetzungen für die Anwendung des � 7 Abs. 1 erf�llt, es sei denn, die wahlberechtigten Arbeitnehmer beschlie�en, da� die Amtszeit bis zu dem in Absatz 1 genannten Zeitpunkt fortdauern soll; � 7 Abs. 3 ist entsprechend anzuwenden.

(3) In den F�llen des � 7 Abs. 2 endet die Amtszeit der Delegierten, wenn die wahlberechtigten Arbeitnehmer die unmittelbare Wahl beschlie�en; � 7 Abs. 3 ist anzuwenden.

(4) Abweichend von Absatz 1 endet die Amtszeit der Delegierten eines Betriebs, wenn nach Eintreten aller Ersatzdelegierten des Wahlvorschlags, dem die zu ersetzenden Delegierten angeh�ren, die Gesamtzahl der Delegierten des Betriebs unter die im Zeitpunkt ihrer Wahl vorgeschriebene Zahl der auf den Betrieb entfallenden Delegierten gesunken ist.

� 10b

(Vorzeitige Beendigung der Amtszeit oder Verhinderung der Delegierten)

(1) Die Amtszeit eines Delegierten endet vor dem in � 10a bezeichneten Zeitpunkt

1. durch Niederlegung des Amtes,

2. durch Beendigung der Besch�ftigung des Delegierten in dem Betrieb, dessen Delegierter er ist,

3. durch Verlust der W�hlbarkeit.

(2) Endet die Amtszeit eines Delegierten vorzeitig oder ist er verhindert, so tritt an seine Stelle ein Ersatzdelegierter. Die Ersatzdelegierten werden der Reihe nach aus den nicht gew�hlten Arbeitnehmern derjenigen Wahlvorschl�ge entnommen, denen die zu ersetzenden Delegierten angeh�ren.

� 10c

(Wahl der unternehmensangeh�rigen Arbeitnehmervertreter)

(1) Die Delegierten wählen die Aufsichtsratsmitglieder, die nach � 6 Abs. 1 Arbeitnehmer von Konzernunternehmen sein müssen, geheim und nach den Grunds�tzen der Verh�ltniswahl für die Zeit, die im Gesetz oder in der Satzung (im Gesellschaftsvertrag, im Statut) für die durch das Wahlorgan der Anteilseigner zu wählenden Mitglieder des Aufsichtsrats bestimmt ist.

(2) Unter den nach Absatz 1 zu wählenden Mitgliedern des Aufsichtsrats müssen sich Arbeiter und Angestellte entsprechend ihrem zahlenm��igen Verh�ltnis im Konzern befinden. Dem Aufsichtsrat müssen mindestens ein Arbeiter und ein Angestellter angeh�ren.

(3) Die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeiter werden von den Delegierten der Arbeiter, die Aufsichtsratsmitglieder der Angestellten von den Delegierten der Angestellten gew�hlt. Abweichend von Satz 1 werden die Mitglieder des Aufsichtsrats in gemeinsamer Wahl gew�hlt, wenn die Delegierten der Arbeiter und die Delegierten der Angestellten dies in getrennten, geheimen Abstimmungen beschlie�en; � 8 Abs. 2 Satz 2 ist entsprechend anzuwenden.

(4) Die Wahl erfolgt auf Grund von Wahlvorschl�gen. Jeder Wahlvorschlag für

1. Aufsichtsratsmitglieder der Arbeiter mu� von einem F�nftel oder 100 der wahlberechtigten Arbeiter,

2. Aufsichtsratsmitglieder der Angestellten mu� von einem F�nftel oder 100 der wahlberechtigten Angestellten

des Konzerns unterzeichnet sein.

(5) Abweichend von Absatz 1 findet Mehrheitswahl statt, soweit dem Aufsichtsrat nach Absatz 2 nur ein Arbeiter oder ein Angestellter angeh�ren mu�. Au�erdem findet Mehrheitswahl statt, soweit für die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeiter oder die Aufsichtsratsmitglieder der Angestellten nur ein Wahlvorschlag gemacht wird. Soweit nach Satz 2 Mehrheitswahl stattfindet, mu� der Wahlvorschlag mindestens doppelt so viele Bewerber enthalten, wie Aufsichtsratsmitglieder auf die Arbeiter oder die Angestellten entfallen.

� 10d

(Wahl der Gewerkschaftsvertreter)

(1) Die Delegierten wählen die Aufsichtsratsmitglieder, die nach � 6 Abs. 1 Vertreter von Gewerkschaften sind, in gemeinsamer Wahl, geheim und nach den Grunds�tzen der Verh�ltniswahl für die in � 10c Abs. 1 bestimmte Zeit.

(2) Die Wahl erfolgt auf Grund von Wahlvorschl�gen der Gewerkschaften, die im Konzern vertreten sind. Wird nur ein Wahlvorschlag gemacht, so findet abweichend von Absatz 1 Mehrheitswahl statt. In diesem Falle mu� der Wahlvorschlag mindestens doppelt so viele Bewerber enthalten, wie Vertreter von Gewerkschaften in den Aufsichtsrat zu wählen sind.

� 10e

(Ersatzmitglieder)

(1) In jedem Wahlvorschlag kann zusammen mit jedem Bewerber für diesen ein Ersatzmitglied des Aufsichtsrats vorgeschlagen werden. für einen Bewerber, der Arbeiter ist, kann nur ein Arbeiter, für einen Angestellten nur ein Angestellter als Ersatzmitglied vorgeschlagen werden. Ein Bewerber kann nicht zugleich als Ersatzmitglied vorgeschlagen werden.

(2) Wird ein Bewerber als Aufsichtsratsmitglied gew�hlt, so ist auch das zusammen mit ihm vorgeschlagene Ersatzmitglied gew�hlt.

� 10f

(Bekanntmachung der Mitglieder des Aufsichtsrats)

Das zur gesetzlichen Vertretung berufene Organ des herrschenden Unternehmens hat die Namen der Mitglieder und der Ersatzmitglieder des Aufsichtsrats unverz�glich nach ihrer Bestellung durch zweiw�chigen Aushang in den Betrieben des Unternehmens bekanntzumachen und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Daneben ist in jedem abh�ngigen Konzernunternehmen das zur gesetzlichen Vertretung berufene Organ zum Aushang in dessen Betrieben verpflichtet.

� 10g

(Unmittelbare Wahl)

Sind nach � 7 die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer in unmittelbarer Wahl zu wählen, so sind diejenigen Arbeitnehmer der Konzernunternehmen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, wahlberechtigt. für die Wahl sind die �� 10c bis 10f mit der Ma�gabe anzuwenden, da� an die Stelle der

1. Delegierten der Arbeiter die wahlberechtigten Arbeiter,

2. Delegierten der Angestellten die wahlberechtigten Angestellten

der Konzernunternehmen treten.

� 10h

(Seeschiffahrt)

(1) Die Gesamtheit der Schiffe eines Unternehmens gilt für die Anwendung dieses Gesetzes als ein Betrieb.

(2) Schiffe im Sinne dieses Gesetzes sind Kauffahrteischiffe, die nach dem Flaggenrechtsgesetz die Bundesflagge f�hren. Schiffe, die in der Regel binnen 48 Stunden nach dem Auslaufen an den Sitz eines Landbetriebs Zurückkehren, gelten als Teil dieses Landbetriebs.

(3) Die Arbeitnehmer eines in Absatz 1 bezeichneten Betriebs nehmen an einer Abstimmung nach � 7 nicht teil und bleiben für die Errechnung der für die Antragstellung und für die Beschlu�fassung erforderlichen Zahlen von Arbeitnehmern au�er Betracht.

(4) Werden die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer durch Delegierte gew�hlt, so werden abweichend von � 8 in einem in Absatz 1 bezeichneten Betrieb keine Delegierten gew�hlt. Abweichend von � 10c Abs. 1 nehmen die Arbeitnehmer dieses Betriebs unmittelbar an der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer teil mit der Ma�gabe,

1. da� die Stimme eines dieser Arbeitnehmer als ein Sechzigstel der Stimme eines Delegierten zu z�hlen ist; � 9 Abs. 1 Satz 3 ist entsprechend anzuwenden;

2. da� diese Arbeitnehmer an Abstimmungen über die gemeinsame Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer durch die Delegierten nicht teilnehmen und für die Errechnung der für die Antragstellung und für die Beschlu�fassung erforderlichen Zahlen von Delegierten der Arbeiter und Delegierten der Angestellten au�er Betracht bleiben.

(5) Werden die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer in unmittelbarer Wahl gew�hlt und geh�ren nicht mehr als ein Zehntel der Arbeitnehmer des Konzerns zu einem in Absatz 1 bezeichneten Betrieb, so nehmen diese Arbeitnehmer an einer Abstimmung über die gemeinsame Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer nicht teil und bleiben für die Errechnung der für die Antragstellung und für die Beschlu�fassung erforderlichen Zahlen von Arbeitern und Angestellten au�er Betracht:

� 10i

(Wahlschutz und Wahlkosten)

(1) Niemand darf die Wahlen nach den �� 8, 10c, 10d und 10g behindern. Insbesondere darf niemand in der Aus�bung des aktiven und passiven Wahlrechts beschr�nkt werden.

(2) Niemand darf die Wahlen durch Zuf�gung oder Androhung von Nachteilen oder durch Gew�hrung oder Versprechen von Vorteilen beeinflussen.

(3) Die Kosten der Wahlen tr�gt das herrschende Unternehmen. Vers�umnis von Arbeitszeit, die zur Aus�bung des Wahlrechts oder der Bet�tigung im Wahlvorstand erforderlich ist, berechtigt den Arbeitgeber nicht zur Minderung des Arbeitsentgelts.

� 10k

(Anfechtung der Wahl von Delegierten)

(1) Die Wahl der Delegierten eines Betriebs kann beim Arbeitsgericht angefochten werden, wenn gegen wesentliche Vorschriften über das Wahlrecht, die W�hlbarkeit oder das Wahlverfahren versto�en worden und eine Berichtigung nicht erfolgt ist, es sei denn, da� durch den Versto� das Wahlergebnis nicht ge�ndert oder beeinflu�t werden konnte.

(2) Zur Anfechtung berechtigt sind

1. mindestens drei wahlberechtigte Arbeitnehmer des Betriebs,

2. der Betriebsrat,

3. das zur gesetzlichen Vertretung berufene Organ des Unternehmens.

Die Anfechtung ist nur binnen einer Frist von zwei Wochen, vom Tag der Bekanntmachung des Wahlergebnisses an gerechnet, zul�ssig.

� 10l

(Anfechtung der Wahl von Arbeitnehmervertretern)

(1) Die Wahl eines Aufsichtsratsmitglieds oder eines Ersatzmitglieds der Arbeitnehmer kann beim Arbeitsgericht angefochten werden, wenn gegen wesentliche Vorschriften über das Wahlrecht, die W�hlbarkeit oder das Wahlverfahren versto�en worden und eine Berichtigung nicht erfolgt ist, es sei denn, da� durch den Versto� das Wahlergebnis nicht ge�ndert oder beeinflu�t werden konnte.

(2) Zur Anfechtung berechtigt sind

1. mindestens drei wahlberechtigte Arbeitnehmer von Konzernunternehmen,

2. der Gesamtbetriebsrat des herrschenden Unternehmens oder, wenn in dem herrschenden Unternehmen nur ein Betriebsrat besteht, der Betriebsrat sowie der Konzernbetriebsrat, soweit ein solcher besteht,

3. der Gesamtbetriebsrat eines anderen Konzernunternehmens oder, wenn in dem anderen Konzernunternehmen nur ein Betriebsrat besteht, der Betriebsrat,

4. jede nach � 10d Abs. 2 vorschlagsberechtigte Gewerkschaft,

5. das zur gesetzlichen Vertretung berufene Organ des herrschenden Unternehmens.

Die Anfechtung ist nur binnen einer Frist von zwei Wochen, vom Tag der Ver�ffentlichung im Bundesanzeiger an gerechnet, zul�ssig.

� 10m

(Abberufung von Arbeitnehmervertretern)

(1) Ein Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmer kann vor Ablauf der Amtszeit auf Antrag abberufen werden. Antragsberechtigt sind für die Abberufung eines

1. Aufsichtsratsmitglieds der Arbeiter drei Viertel der wahlberechtigten Arbeiter,

2. Aufsichtsratsmitglieds der Angestellten drei Viertel der wahlberechtigten Angestellten,

3. Aufsichtsratsmitglieds, das nach � 6 Abs. 1 Vertreter einer Gewerkschaft ist, die Gewerkschaft, die das Mitglied vorgeschlagen hat.

(2) Ein durch Delegierte in getrennter Wahl (� 10c Abs. 3 Satz 1) gew�hltes Aufsichtsratsmitglied wird durch Beschlu� der Delegierten seiner Gruppe abberufen. Ein durch Delegierte in .gemeinsamer Wahl (� 10c Abs. 3 Satz 2) gew�hltes Aufsichtsratsmitglied wird durch Beschlu� der Delegierten abberufen. Beschl�sse nach den S�tzen 1 und 2 werden in geheimer Abstimmung gefa�t; sie bed�rfen einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen.

(3) Ein von den Arbeitnehmern einer Gruppe unmittelbar gew�hltes Aufsichtsratsmitglied wird durch Beschlu� der wahlberechtigten Arbeitnehmer dieser Gruppe abberufen. Ein von den Arbeitnehmern in gemeinsamer Wahl unmittelbar gew�hltes Aufsichtsratsmitglied wird durch Beschlu� der wahlberechtigten Arbeitnehmer abberufen. Beschl�sse nach den S�tzen 1 und 2 werden in geheimer, unmittelbarer Abstimmung gefa�t; sie bed�rfen einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen.

(4) Die Abs�tze 1 bis 3 sind für die Abberufung von Ersatzmitgliedern entsprechend anzuwenden.

� 10n

(Verlust der W�hlbarkeit, Wechsel der Gruppenzugeh�rigkeit)

(1) Verliert ein Aufsichtsratsmitglied, das nach � 6 Abs. 1 Arbeitnehmer eines Konzernunternehmens sein mu�, die W�hlbarkeit, so erlischt sein Amt.

(2) Der Wechsel der Gruppenzugeh�rigkeit eines Aufsichtsratsmitglieds der Arbeiter oder der Angestellten f�hrt nicht zum Erlöschen seines Amtes.

� 11

(Beschlu�f�higkeit)

Der Aufsichtsrat ist beschlu�f�hig, wenn mindestens die H�lfte der Mitglieder, aus denen er nach diesem Gesetz oder der Satzung insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlu�fassung teilnimmt. � 108 Abs. 2 Satz 4 des Aktiengesetzes findet Anwendung.

� 12

(aufgehoben)

� 13

(Gesetzliches Vertretungsorgan, Bestellung und Widerruf)

für die Bestellung der Mitglieder des zur gesetzlichen Vertretung berufenen Organs und für den Widerruf ihrer Bestellung gelten � 76 Abs. 3 und � 84 des Aktiengesetzes und � 13 Abs. 1 Satz 1 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes. � 13 Abs. 2 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes findet Anwendung.

� 14

(aufgehoben)

� 15

(Aus�bung von Beteiligungsrechten)

(1) Die einem Unternehmen, in dem die Arbeitnehmer nach dem Montan-Mitbestimmungsgesetz oder nach � 2 oder � 3 dieses Gesetzes ein Mitbestimmungsrecht haben, auf Grund von Beteiligungen an einem anderen Unternehmen zustehenden Rechte bei der Bestellung, dem Widerruf der Bestellung oder der Entlastung von VerwaltungsTrägern sowie bei der Beschlu�fassung über die Aufl�sung oder Umwandlung des anderen Unternehmens, über dessen Fortsetzung nach seiner Aufl�sung, über die übertragung seines Verm�gens k�nnen durch das zur gesetzlichen Vertretung berufene Organ nur auf Grund von Beschl�ssen des Aufsichtsrats ausge�bt werden. Diese Beschl�sse bed�rfen nur der Mehrheit der Stimmen der nach � 5 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes oder der nach � 5 Abs. 2 dieses Gesetzes bestellten Mitglieder; sie sind für das zur gesetzlichen Vertretung berufene Organ verbindlich.

(2) Absatz 1 gilt nicht, wenn die Beteiligung des Unternehmens an dem anderen Unternehmen weniger als ein Viertel betr�gt.

� 16

(Fristen für die Anwendung der Montan-Mitbestimmung

auf ein herrschendes Unternehmen)

(1) Die �� 5 bis 13 sind auf das herrschende Unternehmen erst anzuwenden,

1. wenn in sechs aufeinanderfolgenden Gesch�ftsjahren der nach � 3 berechnete Anteil der unter das Montan-Mitbestimmungsgesetz fallenden Unternehmen an den Ums�tzen s�mtlicher Konzernunternehmen und abh�ngigen Unternehmen mehr als die H�lfte betragen hat oder

2. wenn auf dieses Unternehmen das Montan-Mitbestimmungsgesetz, nach dem die Arbeitnehmer bisher ein Mitbestimmungsrecht hatten, nicht mehr anwendbar ist.

(2) Die �� 5 bis 13 sind auf das herrschende Unternehmen nicht mehr anzuwenden, wenn in sechs aufeinanderfolgenden Gesch�ftsjahren

1. die Voraussetzungen des � 3 nicht mehr vorliegen oder

2. kein Unternehmen, in dem die Arbeitnehmer nach den Vorschriften des Montan-Mitbe stimmungsgesetzes ein Mitbestimmungsrecht haben, beherrscht wird.

� 17

(Erm�chtigung für Rechtsverordnungen)

Die Bundesregierung wird erm�chtigt, durch Rechtsverordnung Vorschriften über das Verfahren für die Wahl und die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer zu erlassen, insbesondere über

1. die Vorbereitung der Wahl oder Abstimmung, die Bestellung der Wahlvorst�nde und die Aufstellung der W�hlerlisten,

2. die Abstimmungen darüber, ob die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder in unmittelbarer Wahl oder durch Delegierte erfolgen soll, und darüber, ob gemeinsame Wahl stattfinden soll,

3. die Frist für die Einsichtnahme in die W�hlerlisten und die Erhebung von Einspr�chen,

4. die Verteilung der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer auf die Arbeiter, die Angestellten und die Gewerkschaftsvertreter,

5. die Errechnung der Zahl der Delegierten sowie ihre Verteilung auf die Arbeiter und die Angestellten,

6. die Wahlvorschl�ge und die Frist für ihre Einreichung,

7. die Ausschreibung der Wahl oder der Abstimmung und die Fristen für die Bekanntmachung des Ausschreibens,

8. die Teilnahme von Arbeitnehmern eines in � 10h Abs. 1 bezeichneten Betriebs an Wahlen und Abstimmungen,

9. die Stimmabgabe,

10. die Feststellung des Ergebnisses der Wahl oder der Abstimmung und die Fristen für seine Bekanntmachung,

11. die Aufbewahrung der Wahlakten und der Abstimmungsakten.