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Geschlechtsspezifische Sozialisation Drucken

In Ursula Scheus Werk "Wir werden nicht als M�dchen geboren - wir werden dazu gemacht" begr�n-det die Autorin, wie die nach ihrer Ansicht gesellschaftlich bedingten Unterschiede zwischen M�n-nern und Frauen zustande kommen. Ihr Argumentationsgang ist der, da� innerhalb von Sozialisations-prozessen Stereotype von den Geschlechtern übernommen werden. Die Rollen, die dabei von Bedeu-tung sind, sind ausschlie�lich historisch und kulturell bedingt und stehen in keinem Zusammenhang mit biologischen Faktoren. Nachweisbare Unterschiede im Verhalten der Geschlechter sind demnach nicht genetisch bedingt, sondern gesellschaftlich anerzogen. Biologische Faktoren, wie etwa die Ge-b�rf�higkeit der Frau, dienen lediglich als Legitimation für geschlechtsspezifische T�tigkeiten und Verhaltensweisen. So ist die Frau aufgrund der Tatsache, da� sie meist für die Aufzucht der Kinder verantwortlich ist, in der Hierachie des gesellschaftlichen Produktionsbereiches ganz unten zu finden.

Frauen gelten innerhalb der Gesellschaft als passiv und weniger kreativ und eignen sich von daher nur für monotone T�tigkeiten; sie gelten auch als hervorragend geeignet für die Aufzucht von Kinder, aber nach Scheu ist diese F�higkeit nicht biologisch bedingt, sondern anerzogen. Aufgrund ihrer ge-schlechtsspezifischen Erziehung sind Frauen auch die k�rperlich schw�cheren, was den M�nnern alle Herrschaftsargumente in die Hand gibt. Laut Scheu wurden die typisch weiblichen Eigenschaften, die man Frauen im allgemeinen zuweist, innerhalb des Sozialisationsprozesses erst produziert.

Die Psychologie beginnt mittlerweile bereits mit Untersuchungen der Geschlechterunterschiede im fr�hen Kleinkindalter, was zun�chst als Vorteil erscheint, da festgestellt wurde, da� die meisten Un-terschiede gesellschaftlich bedingt sind. Entscheidend ist aber, da� die Empirie hier altersm��ig im-mer noch nicht fr�h genug ansetzt, so weist sie scheinbar immer noch einen kleinen vermeintlich bio-logischen Unterschied nach. Nach Scheu m��te hier bereits im fr�hesten S�uglingsalter angesetzt werden, da hier bereits die ersten Sozialisationsmechanismen wirken. Derartige Untersuchungen wur-den zwar gemacht, aber nur fragmentarisch und unsystematisch.

Dieses Defizit m�chte Scheu mit ihrem Werk egalisieren. Sie besch�ftigt sich mit S�uglingen von der Geburt an, bis etwa zum sechsten Lebensjahr. für einige Altersabschnitte ist nur wenig Material vor-handen, dies betrifft haupts�chlich den Abschnitt zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr. Sie beGründet dieses Manko damit, da� die Kinder in diesem Zeitraum meist im privaten Rahmen und daher kaum zu beobachten sind. Eine weitere Schwierigkeit ist, da� die wenigsten Untersuchungen in der BRD durchgef�hrt wurden und man hier auf andere L�nder Zurückgreifen mu�.

Als Instrument für Analyse und Systematisierung des Materials dient Scheu das Entwicklungskonzept der sozialistischen Pers�nlichkeitstheorie, da dieses Konzept als eines der wenigen, die spezifische Entwicklung des Menschen als abh�ngig von den gesellschaftlichen Verh�ltnissen zu erkl�ren ver-sucht, obwohl es die spezifisch gesellschaftlichen Verh�ltnisse der Geschlechter ignoriert. Laut Scheu ermöglicht es dieser Erkl�rungsansatz jedoch, die Bedeutung der spezifischen Verh�ltnisse zwischen den Geschlechtern als Ursache für die spezifisch weibliche oder m�nnliche Pers�nlichkeitsentwick-lung zu erfassen.

"Ein Mangel dieser Arbeit ist schon jetzt klar: Eine Strategie zur Frauenbefreiung mu� nat�rlich die Gesamtheit der gesellschaftlichen Verh�ltnisse umfassen, die die Stellung der Frauen determinieren. Das hei�t, sie mu� die geschlechts- und ebenso die klassenspezifischen Verh�ltnisse erfassen (...).Dies ist jedoch bei dem heutigen Wissens- und Forschungsstand schlichtweg unmöglich."

Den klassenspezifischen Aspekt l��t Scheu in ihrer Arbeit unber�cksichtigt. Scheu m�chte mit ihrem Werk eine Analyse der geschlechtsspezifischen gesellschaftlichen Verh�ltnisse mit der existierenden klassenspezifischen Analyse verkn�pfen.

Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung

Die Gratisarbeit im Reproduktionsbereich (h�uslicher Bereich) wird fast ausschlie�lich von Frauen geleistet, die Lohnarbeit im Produktionsbereich (�ffentlicher Bereich) zu einem Drittel. Desweiteren sind fast alle Arbeiten für Frauen im Produktionsbereich spezifisch weibliche T�tigkeiten, was bedeu-tet, da� erwerbst�tige Frauen sich am untersten Ende der Hierarchie befinden und das gezielt anerzo-gene weibliche Qualifikationen ausgebeutet werden. "Erwerbst�tigkeit bedeutet also heute für Frauen; volle Verantwortung für den Bereich der privaten Reproduktion und zus�tzlich Verrichtung weibli-cher T�tigkeiten im Bereich der gesellschaftlichen Produktion!"

Die Erwerbst�tigkeit hebt also nicht die gesellschaftlich minderwertige Stellung der Frau, auch dann nicht, wenn ihre Teilnahme zu einer teilweisen Vergesellschaftung der Haushaltsfunktion und der Kinderaufzucht f�hrt. Scheu f�hrt an: "Die totale Aufhebung der geschlechtsspezifischen Arbeitstei-lung ist eine der Hauptvoraussetzungen für die Befreiung der Frauen."

Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung bedeutet Funktionszuweisung, die ein bestimmtes Machtver-h�ltnis impliziert. Das hei�t von Teilung im Sinne des Wortes kann hier nicht gesprochen werden. Zwei Faktoren sind für sie bestimmend: 1. �konomische Abh�ngigkeit der Frau, da der Mann für den au�erh�uslichen Erwerb sorgt und 2. Frauenarbeit spielt sich im privaten Bereich ab und ist somit nur für Familienmitglieder sichtbar, der Mann ist deshalb auch verantwortlich für die "Auseinanderset-zung mit der �ffentlichkeit", da die Frau hier unge�bt ist, was sie wiederum in eine Abh�ngigkeit bringt. Da sie die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung als Ursache für die ungleiche Stellung der Geschlechter sieht, sucht sie nach der Ursache dieser Arbeitsteilung:

Biologischer Ansatz: Ursache biologische Unterschiede zwischen M�nnern und Frauen (diesen An-satz l��t Scheu im weiteren unber�cksichtigt, da er den Menschen als gesellschaftliches Wesen unbe-achtet l��t)

Gesellschaftliche Bedingtheit: ausgegangen wird von einem geringen, aber vorhandenen biologischen Unterschied; also im wesentlichen ist Geschlecht gesellschaftlich sozialisiert, aber da sich nicht alle Unterschiede so ersch�pfend erkl�ren lassen, bleibt eine kleine biologische Differenz; auch hier wird das Bild der Frau von dem des Mannes abgeleitet (z.B. Marx, Engels, Bebel)

Totale gesellschaftliche Bedingtheit: v�llige Ablehnung einer biologischen Bedingtheit (au�er der Geb�rf�higkeit), alle Unterschiede sind gesellschaftlich gemacht

Sozialistische Klassiker (Theoretiker) gehen davon aus, da� die sich die Arbeitsteilung nat�rlich er-gibt, die Frau ist Herrin des Hauses und der Mann ist Herr im Wald (�ffentlichkeit). Scheu versucht der Begr�ndung dieser angeblichen Qualifikationen auf den Grund zu gehen. Bebel: Alles Weibliche ist nach urzeitlicher Sichtweise dem M�nnlichen zwar �hnlich, aber immer ein wenig geringer (Ge-wicht, Gr��e des Gehirns). Die Frau wird als z.T. andersartig beschrieben, sie ist aufopferungsvoller, selbstloser etc., Eigenschaften, die sie eher für die Aufzucht von Kindern qualifizieren. Nach Scheu alles Eigenschaftszuordnungen , die zur Diskriminierung der Frau dienen, obwohl dieses nicht in der Absicht der sozialistischen Theoretiker lag. Nach Marx war die sogenannte nat�rliche Arbeitsteilung zun�chst nichts anderes, als die Teilung der Arbeit im Geschlechtsakt.

Engels schlie�t von der Darstellung einer matriarchalischen Gesellschaft auf alle, Weiber wurden hoch geachtet und hatten die Herrschaft im Hause, was sich nach Scheu aber kaum auf die Stellung der Frau im heutigen Haushalt beziehen l��t. Doch woher diese nat�rlichen Anlagen für weiblich und m�nnliche Bef�higungen kommen, k�nnen auch die sozialistischen Theoretiker nicht beantworten.

Frauen in matriarchalischen Gesellschaften kannten Abtreibungs- und Verh�tungsmethoden, die sie einsetzen konnten, um am Proze� der gesellschaftlichen Produktion beteiligt zu bleiben, was dem Argument widerspricht, da� Frauen aufgrund ihrer Geb�rf�higkeit nur eingeschr�nkt erwerbst�tig sein k�nnen.

Es existierten Matriarchate, auch in bereits entwickelten Gesellschaft, nicht nur in solchen der Urzeit, wo das Verh�ltnis der Geschlechter genau umgekehrte Vorzeichen aufwies, die Rollen waren ge-tauscht. Diese Tatsache deutet schon an, da� die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung gesellschaft-lich und nicht biologisch bedingt ist. "Die unterschiedliche Konstitution der Geschlechter ist nicht die Ursache, sondern die Folge geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung." (Mathilde Vaerting)

Margaret Mead konnte anhand von Untersuchungen mit unterschiedlichen Volkst�mmen nachweisen, da� es Gesellschaftsformen gibt, in denen Frauen den M�nnern weder an K�rperkraft, noch an K�r-pergr��e unterlegen sind und dort für uns typisch m�nnliche Aufgaben erf�llen. Auch Engels Aussa-ge, da� das Patriarchat die h�chst entwickelte Gesellschaftsform sei, l��t sich nicht halten, denn es hat im Laufe der Geschichte immer wieder einen Wechsel zwischen beiden Gesellschaftsformen gegeben.

Die urspr�nglich angenommenen geschlechtsspezifischen Unterschied sind laut den sozialistischen Theoretikern nicht als Benachteiligung der Frau zu sehen. Erst im Laufe der Entwicklung sollen sie die Unterdr�ckung der Frau mit verursacht haben. Nach Engels gew�hrleistete dieselbe Ursache fr�-her die Herrschaft der Frau im Haus, die jetzt die Herrschaft des Mannes im Haus darstellt. Nach Be-bel ist die Frau in allen Bereichen gleichberechtigt und nicht benachteiligt, sie unterliegt nur der Na-turschranke, gemeint ist, der Einschr�nkung der sozialen Mutterschaft, sie ist dafür einfach biologisch am besten qualifiziert. Scheu: "Sozialismus, so verstanden und praktiziert bedeutet für Frauen das weitere Aufrechterhalten ihrer Festlegung auf den privaten Reproduktionsbereich."

Die marxistische Pers�nlichkeits- und Entwicklungstheorie

Da die biologischen Merkmale des Menschen nicht in den marxistischen Pers�nlichkeitsbegriff mit eingehen, bedeutet der Begriff hier nur, da� die Pers�nlichkeit durch die gesellschaftlichen Verh�lt-nisse bestimmt wird, sie ist also reduziert auf gesellschaftlich bedeutsames Denken. "Jede Pers�nlich-keit ist ein denkendes, bewu�tes Wesen ..., das eine bestimmte Stellung in der Gesellschaft einnimmt und bestimmte Funktionen aus�bt."

Pers�nlichkeit besitzt also Dynamik, d.h. sie ist bestimmt durch die Aneignung gesellschaftlicher Erfahrungen und zugleich ist sie die möglichkeit zur Ver�nderung der gesellschaftlichen Verh�ltnisse. Scheu nimmt dies als Ansatz dafür, da� Erziehung also auf Umgestaltung der Gesellschaft zielen kann. Sie will, da� diese Tatsache in eine Pers�nlichkeitstheorie aufgenommen wird, um die Bedeu-tung der gesellschaftlichen Verh�ltnisse und der spezifischen Funktion der Geschlechter im gesell-schaftlichen Produktions- und Reproduktionsproze� für die geschlechtsspezifische Entwicklung von Frauen und M�nnern, aufzuzeigen um somit die Abh�ngigkeit des konkreten Sozialisationsprozesses von den konkreten gesellschaftlichen Verh�ltnissen nachzuweisen. Sie will damit die möglichkeit verdeutlichen, da� Frauen nicht Opfer ihrer Biologie, sondern Opfer der konkreten gesellschaftlichen Verh�ltnisse sind. Sie sind also folglich Subjekte ihrer eigenen Geschichte und haben durchaus die Potenz Ver�nderungen zu bewirken.

"Es stellt sich die Frage nach einer Theorie, die den Sozialisationsproze� begreift als (Re)Produktion des gesellschaftlichen Arbeitsverm�gens auf der Grundlage der bestehenden gesellschaftlichen Verh�ltnisse und somit auch den geschlechtsspezifischen Sozialisationsproze� als (re)Produktionsproze� der bestehenden Geschlechterverh�ltnisse. D.h. eine wissenschaftliche Theorie, die vom Zusammenhang der Erziehung mit der Totalit�t der gesamtgesellschaftlichen Produktionsverh�ltnisse ausgeht, die es ermöglicht, die spezifische Entwicklung des M�dchen (der Frau) zu erkl�ren aus der besonderen Funktion der Frau in unserer Gesellschaft, um die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und das darin enthaltene geschlechtsspezifische Herrschaftsverh�ltnis als konstituierendes Moment für die Entwicklung des M�dchens mitzureflektieren und damit die Ursachen und die Mechanismen der geschlechtsspezifischen Erziehung aufzuzeigen. Dies setzt voraus, da� die Menschen, Frauen und M�nner nicht als Objekte der Geschichte begriffen werden, sondern als Subjekte ihrer Geschichte. das bedeutet, da� sie in die Verh�ltnisse, in denen sie leben, verändernd eingreifen k�nnen."

Die marxistische Pers�nlichkeitstheorie versteht sich selbst als geschlechtsneutral, sie reduziert die gesellschaftlichen Verh�ltnisse auf Klassen. Nach Scheu l��t sich das nicht mehr mit unserer Gesell-schaftsstruktur vereinbaren, da sie sowohl klassen- als auch geschlechtsspezifisch ist. Die ge-schlechtsspezifischen Verh�ltnisse werden von Marxisten als biologisch verursacht erfa�t und da es in der marxistischen Theorie keinen Raum für biologische Aspekte gibt, gehen diese zwangsl�ufig nicht mit ein.

Pers�nlichkeits-Entwicklung nach dem Aneignungskonzept

Scheu ben�tigt einen Ansatz um zu dokumentieren, durch welche Mechanismen die weiblichen und m�nnlichen Eigenschaften (re)produziert werden. Sie bedient sich des Aneignungskonzeptes, welches zwar für eine sozialistische Gesellschaftsform entwickelt wurde, aber dennoch in einigen Bereichen übertragbar auf b�rgerliche Gesellschaften ist. Auch dieses Konzept begreift sich selber als ge-schlechtsneutral, es ignoriert die geschlechtsspezifischen Entwicklungsbedingungen. Nach Scheu ist diese angebliche Neutralit�t jedoch ein m�nnliches Prinzip und die Frau ist die Abweichung dieses Prinzips. Dennoch betrachtet sie den Ansatz als n�tzlich um die spezifischen Bedingungen von Frauen und M�nnern in die Theorie (marxistische Pers�nlichkeits- und Entwicklungstheorie) zu integrieren.

Das Aneignungskonzept stellt sich wie folgt dar: Der Mensch wird nicht als weibliches oder m�nnli-ches Wesen geboren, er entwickelt sich in seiner Ontogenese (Individualentwicklung), in einem Pro-ze� aktiver Auseinandersetzung mit den ihn umgebenden gesellschaftlichen, geschlechts- und klas-senspezifischen Bedingungen. er eignet sich diese Bedingungen an, indem er mit gesellschaftlichen Erfahrungen konfrontiert wird. Seine Gesellschaftsform hat sich aus verschiedenen �konomischen und ideologischen Bedingungen entwickelt. Das Kind mu� also eine praktische kognitive T�tigkeit an allen Dingen vollziehen, die der in ihnen verk�rperten menschlichen T�tigkeit entspricht.

"Zu den Dingen der Umwelt, die sich Frauen und M�nner im Laufe der Ontogenese aneignen, geh�-ren nicht nur materielle, sondern auch ideelle gesellschaftliche Produkte (die nach Marx auch durch die Vergegenst�ndlichung menschlicher Wesenskr�fte entstanden sind). Zu diesen ideellen geh�ren sowohl die erlebten Sozialbeziehungen, als auch die im Medium der Sprache fixierten und über sie vermittelten Anschauungen, durch deren Aneignung das M�dchen und der Junge bestimmte Haltun-gen erwerben, die für ihr Geschlecht charakteristisch sind." Dinge wie Puppen, K�chengegenst�nde oder Werkzeugkasten sind also nicht einfach Materialien mit einer spezifischen Form und mit be-stimmten Eigenschaften, sondern Gegenst�nde, in denen gesellschaftlich geschaffene Atbeitsverfah-ren und -operationen fixiert sind.

Der Aneignungsproze� bedeutet auch, da� Frauen und M�nner nicht nur die gesellschaftlichen Pro-dukte ideeller und materieller Art übernehmen, sie produzieren sie auch und schaffen sie neu.

In jedem Abschnitt der psychischen Entwicklung gibt es T�tigkeitsarten, die gegenüber anderen do-minieren, da� hei�t sie besitzt eine spezifische Funktion (hinsichtlich der Funktion als Junge oder M�dchen) für die weitere Entwicklung. "Die zeitliche Reihenfolge und vor allem Inhalt und Dauer der einzelnen Entwicklungsphasen (...) besitzen weder transkulturelle G�ltigkeit noch zeitlose G�ltig-keit.", sie werden "durch die Funktion der Geschlechter, die spezifische Arbeitsteilung und die Herr-schaftsverh�ltnisse zwischen den Geschlechtern in den konkret historischen Verh�ltnissen be-stimmt." Die Zeitlosigkeit der Entwicklungsphasen und deren Nicht-übertragbarkeit auf andere Kulturen vernachl�ssigen sozialistische Theoretiker v�llig.

Der Ansatz ist kann nur ein Hilfskonstrukt für Scheu sein, da er für sozialistische Gesellschaften erdacht ist, aber immerhin ein Modell, mit deren Hilfe sie empirisches Material erfassen und systema-tisieren kann. Aneignung hei�t Aneignung der Natur durch den Menschen. In der Psychologie ist An-eignung die gesellschaftliche (Re)produktion der gesellschaftlichen Individuen.



Verfasser: © Carmen Bremen, 1999