::CareLounge
www.pflegeberufe.de
www.sozialberufe.de
www.altenarbeit.de
Mitglied werden
   
   Wissen
  Klassiker

Jean-Jacques Rousseau: Emile oder über die Erziehung Drucken

Zusammenfassung
Erstes Buch
Zweites Buch
Drittes Buch
Viertes Buch
F�nftes Buch



1. Zusammenfassungnach oben

"Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen der Menschen". Dies ist nicht nur die zentralste These Rousseaus, im Grunde erklärt sie auch alles: den Emile und seine politische Philosophie.

Die Erziehung ist insofern politisch, als daß der Mensch erzogen werden muß, um ein patriotischer und guter Bürger zu sein. Wenn er einfach so in die Gesellschaft hineinwächst, entarten seine Leidenschaften und er wird zu einem Menschen, der nur von der Selbstsucht (amour propre) bestimmt ist und nicht fähig, den allgemeinen Willen des Volkes, über den eigenen Willen zu stellen.

Rousseau geht davon aus, daß der Mensch gut geboren wird. Da die Gesellschaft, so wie sie v.a. zu seiner Zeit besteht, die Menschen schlecht macht, muß der Mensch schon ab der Geburt so erzogen werden, daß ihm die Gesellschaft, wenn er in sie eintritt, nichts mehr anhaben kann. Bei der Geburt ist der Mensch beherrscht von seiner Selbstliebe (amour de soi), die ihn sich selbst erhalten läßt. Im Laufe des Lebens wandelt sich diese, v.a. durch die Einflüsse der Gesellschaft, in Selbstsucht (amour propre) um, dies gilt es mit Hilfe der richtigen Erziehung zu verhindern.

Richtige Erziehung ist die Erziehung der Natur. Daher muß sich jede Erziehung an der Natur orientieren. Das Kind lernt in erster Linie durch die Natur, dann durch die Dinge, dann durch die Menschen. Der Erzieher muß das Vorbild sein, an dem sich das Kind orientiert. Denn Kinder werden "emfindsam" geboren und werden im Laufe des Lebens vernünftig. Daher muß der Erziehr dafür sorgen, daß das Kind lernt, vernüftig zu urteilen (über die Menschen, über die Dinge, über die Gesellschaft).

Der Mensch im Naturzustand ist der "homme naturel". Er ruht in sich selbst, er ist autark, er ist eine Einheit. Der Bürger jedoch ist nicht mehr autark, er ist ein Teil des Ganzen. Kinder sollten von und in der Natur erzogen werden, so bleiben schädliche Einflüsse von ihm fern. Das Kind soll lange Zeit keinerlei Vorstellung vom Staat und vom Bürgertum haben, politische Dimensionen lernt er erst ab ca. 20 Jahren.

Emile und Rousseau werden erst bei Emiles Hochzeit getrennt. Emile wächst fernab von den Menschen (also von schädlichen Einflüssen) auf.

Im ersten Buch geht es um die ersten Lebensjahre. Es geht darum, daß das Baby bereits Freiheit kennenlernt, in dem man es z.B. nicht so wickelt (nämlich mumienhaft), wie es zu Rousseaus Zeiten üblich war. Da der Erzieher dem Kind keine Milch geben kann, sucht er eine Amme, die sich selber gut ernährt und ausgelichen ist und somit auch gute Milch gibt. Eigentlich sollte eine Frau ihr Kind selbst stillen, doch das ist nicht mehr üblich, darum verfallen die Familien. Das Kind soll sich natürlich bewegen können, es soll nicht zu warm angezogen werden, alles soll unternommen werden, was das Kind stark macht und es abhärtet. Denn es gilt grundsätzlich: wo ein gesunder und starker Körper ist, kann sich auch ein gesunder und starker Geist entwickeln. Man soll auch nicht ständig zum Arzt rennen: man soll statt dessen immer der Natur ihren Lauf lassen.

Es ist falsch, dem Kind, wenn es schreit, immer seinen Willen zu lassen. Dann wird es zum Tyrannen. Statt dessen soll man ihm jeden vernünftigen Wunsch erfüllen und die willkürlichen nicht, dann wird es schon lernen, nur dann zu rufen, wenn es wichtig ist. Es bittet am Anfang durch Tränen. Dies darf nicht zu Befehlen werden.

Kinder haben eines ausgesprochen starken Tätigkeitstrieb. Sie erkunden alles. Der Erzieher darf das Kind nicht daran hindern, die Dinge selsber zu tun und zu erkunden.

1. Leitsatz
: man muß die Kinder ihre Kräfte ausüben lassen

2. Leitsatz
: bei den Dingen, für die sie nicht genügend Kraft haben, muß man ihnen helfen

3. Leitsatz
: Die gebotene Hilfe muß sich auf das Nützliche beschränken.

4. Leitsatz:
der Erzieher muß die kindliche (Gesten- und Mimik) Sprache verstehen, um zwischen willkürlichen und wirklichen Wünschen unterscheiden zu können.

Die Entwöhnung darf erst dann beginnen, wenn die ersten Zähne kommen. Dann soll das Kind Dinge bekommen, die den Magen nicht belasten und die es zum kauen anregt.

In der Stadt sprechen die Kinder bereits geziert und mit Hilfe von Floskeln. Auf dem Land statt dessen sprechen sie laut und einfach. Man darf das Kind nicht drängen, dann lernt es von alleine sprechen. Am Anfang darf das Kind nur solche Wörter lernen, dessen Sinn es erkennt, d.h. von denen es einen Begriff hat. Im ersten Abschnitt des Lebens hat das Kind noch kein Gefühl für sein Dasein. Dies kommt erst mit den Begriffen.

Im zweiten Buch beginnt die eigenliche Wahrnehmung des Kindes. Emile lernt nicht nur Begriffe einzuordnen, er lernt auch Leid kennen (was auch ein Begriff ist). Ebenso lernt Emile nun laufen. Er wird sich (im zweiten Buch) sich selbst bewußt. Er wird individuell. Er wird zum moralischen Wesen. (Soweit ich es herauslesen konnte geht das 2. Buch vom 10. bis zum 12. Lebensjahr)

Glück
bedeutet, wenig zu leiden. Unglück bedeutet, sich wenig zu freuen. Es gilt ein Gleichgewicht zu schaffen, zwischen den Bedürfnissen und der Kraft, die man hat, um diese zu befriedigen. Der Mensch muß im Moment leben und nicht für die Zunkunft oder für die Vergangenheit, d.h. er darf sich nicht an seinem Tod orientieren. Man muß seine Fähigkeiten erkennen und somit auch den Platz, den man einnimmt.

Ein Kind ist noch im Naturzustand: es ist abhängig von den Menschen, aber nicht von den der Gesellschaft. Es ist abhängig, weil es schwach ist. Wenn ein Kind daher um etwas bittet, soll man ihm seinen Wunsch erfüllen, denn so lernt es an Güte zu glauben. Der Erzieher darf weder zu streng, noch zu nachsichtig sein. Wenn man Kindern alle Wünsch erfüllt, werden sie maßlos. Ein Kind soll also weder Gehorsam, noch Befehle kennenlernen. Wichtig sind statt dessen Kraft, Ohnmacht und Zwang.

Man darf Kinder nicht zu früh beibringen, was Vernunft bedeutet. Es soll seinem Alter entsprechend erzogen werden. Freiheit ist das Erziehungsmittel (im Sinne von selbst die natürlichen Grenzen erfahren). Ein Kind darf keine Leidenschaften kennenlerenen (Vorbildfunktion des Erziehers; Leidenschaften sind Neid, Eifersucht, Habgier, Feigheit). Auch darf der Erzieher keine Autorität darstellen, dies wäre gleichbedeutend mit Gehorsam und Befehlen.

Negative Erziehung
bedeutet: in erster Linie, sich Zeit zu lassen, d.h. das das Kind erst dann Vernunft, Begriffe, Gehen, Sprechen, ect. lernen soll, wenn die Zeit dafür gekommen ist, alles, was man zu früh begginnt, kann das Kind noch nicht begreifen, es würde falsche Vorstellungen von den Dingen bekommen, die es sein Leben lang behält ("Durch Nichtstun alles tun"). Negativ bedeutet außerdem, daß das Kind in nichts unterwiesen wird, es soll nichts durch Bücher oder Reden lernen, sondern lediglich durch eigene Erfahrug. Diese Erfahrungen werden vom Erzieher geleitet, er bestimmt unauffällig wann das Kind was lernt und welche Erfahrung es macht. Der Erzieher dient immer als Vorbild.

Emile wird (anhand von Gärtner Robert z.B.) in diesem Lebensabschnitt ein Gefühl (ein Begriff) für das Eigentum vermittelt. Dies ist die erste moralsiche Belehrung. Emile erfährt, daß er Unrecht getan hat, statt ihn zu bestrafen (was natürlich völlig falsch wäre) erfähft er selbst die Folgen seines Handeln (wie das Beispiel vom Lügen: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.... als Konsequenz). Man kann Kinder zur Wahrheit erziehen, inem man sie nicht zum Lügen zwingt. Wichtig muß für das Kind sein, in erster Linie nichts Böses zu tun, dann wird es automatsich Gutes tun.

Kinder haben noch kein Gedächtnis, sie nehmen nur Sinneseindrücke wahr. Mit dem Gedächtnis entwickelt sich die Vernunft.

Noch lernt Emile keine Bücher kennen, erst mit 12 Jahren lernt er sein erstes Buch kennen. Er lernt noch keine Sprachen. Auch keine Geschichte oder Geographie. Dies geschieht deshalb noch nicht, da Emile sich noch keine Begriffe und Vorstellungen gemacht hat, von dem was er lernen soll (Zeit verlieren!) Wenn Kinder lesen und schreiben lernen sollen, müssen sie dessen Nutzen erkennen (Bsp.: Briefe lesen wollen).

Kinder werden erst eigensinnig, wenn sie Befehlen gehorchen müssen. Der richtige Erzieher wahrt den Schein der Freiheit, Emile darf tun was er will, denn er weiß nicht, daß er eh nur das tun kann, was der Erzieher will. Er lernt praktisch, durch Erfahrungen in der Natur. Er entwicklet Vorstellungen durch seine Sinneswahrnehmungen. Daraus entwickelt sich die Vernunft. Er lernt außerdem so gut, da er abgehärtet ist und körperlich trainiert. Dadruch ist er der Natur gewachsen. Er erträgt Schmerz im Spiel, den er sonst nicht ertragen würde (Kälte, Schläge, ect.). Sinne sind v.a. deshalb so wichtig, da man mit ihnen die Dinge abschätzen lernt (Entfernungen, Temperatur, ect.). Daher werden besonders die Sinne geschult (durch Ausschalten eines Sinns, z.B. in der Nacht das Sehen, wodurch die anderen stärker ausgeprägt werden). Emile soll ein gutes Augenmaß entwickeln, er soll Zeichnen können (Ausdehnung, Größe, Schatten), er soll Geometrie (Linie; Fläche) in der Natur erfahren, um bessere Vorstellungen von den Dingen zu entwickeln. Rousseau bezeichnet als sechsten Sinn den Gemeinsinn, d.h. den gesunden Menschenverstand. Dieser Sinn ist (ohne Organ) in den inneren Wahrnehmungen vorhanden. Je mehr Ideen (Wahrnehmungen) man besitzt, desto schärfer ist der Verstand. Kindliche Vernunft ist daher die Fähigkeit, Wahrnehmungen zu sammeln und mit Hilfe derer Begriffe zu bilden. Emile ist im Alter zwischen 10 und 12 Jahren nun mit den Sinneswahrnehmungen vertraut gemacht worden.

Im dritten Buch (ich denke, es geht hier um das Alter zwischen 12 und 15 Jahren) werden erstmals "Fächer" unterrichtet. Auch hier lernt Emile zunächst durch Erfahrung. Er lernt Georgraphie und Naturschauspiele anhand von praktischer Erfahrung und Beobachtung (Sonnenaufgänge, Nord-Süd andhand der Sonne, ect.) So entwickelt er auch von den Naturschauspielen seine eigene Vorstellung. Geographie lernt er anhand seiner eigenen Umgebung (Orte, Flüsse, Berge, ect.). Er lernt so, eine Karte erstellen, noch bevor er eine lesen mußte. V.a. beobachtet Emile. Er beobachtet (Physik) den Kompaß, Luft und Flüssigkeiten und entwickelt so Vorstellungen. Er stellt Werkzeuge her. Er bekommt langsam ein Empfinden für Arbeit und Erholung. Er lernt nun auch das zu tun, was ihm nicht gefällt, was er aber tut, weil er den Nutzen erkennt. So wird Emile nun ständig gefragt, wofür die Dinge nützlich sind. Wichtig ist also nicht, was er lernt, sondern, daß er den Nutzen erkennt.

Rousseau haßt Bücher
. Dennoch darf Emile den Robinson Crouse lesen, denn dort geht es im Prinzip um einen Naturmenschen.

Emile lernt nun auch, daß Prinzip der Arbeitsteilung kennen, ohne von der Gesellschaft einen Begriff zu bekommen. Er sieht den Menschen bei der Arbeit zu. Er soll begreifen, welchen Nutzen das Handwerk hat. Er soll Materialen beurteilen lernen (Eisen ist wertvoller als Gold). Er soll die Dinge von grundauf begreifen (aus was z.B. eine Kiste besteht, und wie sie hergestellt wird.). Emile beginnt nun Begriffe, die er schon kennengelernt hat (Eigentum, Handel) zu verallgemeinern. Er lernt den Begriff des Tauschens. Er erkennt, daß Luxus keinen Nutzen hat. Deshalb lehnt er ihn ab. (Einfaches Essen macht auch satt)

In der dritten Erziehungsperiode (erste: Vorstellung von Schwäche, Abhängigkeit, Freiheit; zweite: Geometrie, Physik; dritte: Menschen) geht es um die Anwendung des erlangten Wissens. In der Gesellschaft ist der Mensch nunmal nicht mehr autark. Also muß er lernen, mit den Menschn zu leben, d.h. zu tauschen und sich den Lebensunterhalt verdienen. "Arbeit ist eine unerläßliche Pflicht." Das Handwerk ist die nützlichste Beschäftigung, da man am unabhängigsten von anderen Menschen ist. (Bauer ist abhängig vom Ertrag) Man muß arbeiten, um Ehre zu besitzen. Emile lernt das Tischlern, da man dort am wenigsten vorbereitetes Material und Werkzeug braucht und weil es sauber und nützlich ist. Er lernt bei einem Tischlermeister, ohne die anderen Dinge, die er noch lernen soll, zu vernachlässigen.

Nun hat Emile gelernt, seinen Körper und seine Sinne zu gebrauchen, zu urteilen und er hat sich Begriffe gebildet. Nun ist er ein denkendes Wesen (man erinnere sich an Rousseaus dualistisches Menschenbild). Nun muß er noch zum fühlenden Wesen werden. Nach den Sinneswahrnehmungen kamen die Vorstellungen von den Dingen. Er kann nun urteilen. Er kann vergleichen. Man braucht Erfahrungen, um sicher Urteilen zu können, ansonsten können einen die Sinne täuschen. Emile weiß wenig, aber was er weiß, weiß er sicher und gründlich.

Das vierte Buch beschreibt die Zeit, in der Emile beginnt zum fühlenden Wesen zu werden. Hier trennt sich auch der Erziehungsweg von Männern und Frauen. Hier geht es nur noch um die Erzeihung des Mannes.

Roussseau beschreibt diese Phase (grob umrissen: die Pubertät) als die "zweite Geburt". Körperliche Veränderungen finden statt und die Leidenschaften entstehen. (Beginn der Gefahr, daß aus dem amour de soi der amour propre wird). Der Mensch beginnt, sich als moralisches Wesen innerhalb von Beziehungen zu fühlen. Es entsteht das Bedürfnis geliebt zu werden und liebenswert zu sein.

Man muß die Kinder ganz natürlich aufklären, wenn die Kinder selber das Bedürfnis entwickeltn, wissen zu wollen, was die Geschlechter unterscheidet. Emile kennt den Menschen, bevor er die Geschlechter kennt.

Menschen binden sich eher aufgrund von Leid (Bsp.:Naturkatastrophen). Leid kennenlernen, heiß wissen was Leid ist, d.h. sich eine Vorstellung davon gemacht zu haben. Dann kann man mitleiden, also Mitleid empfinden. Ein Mensch versetzt sich zudem eher in die Lage derer, die unglücklicher sind als er selbst, als glücklicher. Man sollte nur für unverschuldetes Leid Mitleid emfinden. Mitleid wird v.a. dann empfunden, wenn man selbst nicht leidet. Glück bedeutet daher zu erkennen, wie wenig man selber leidet.

Emile ist nun in einem kritischen Alter. Er kann leicht schlecht Leidenschaften entwickeln. Daher muß man ihn von der Gesellschaft (Zügellosikgeit, Frauen, Luxus) fernhalten. Er beginnt in dieser Phase andere zu lieben. Er vergleicht nun zwischen sich und anderen Menschen. Dadruch wird ihm der Erzieher um so wertvoller. (Um so wichtiger ist hier noch mal die Vorbildfunktion, z.B. bei der Wohltätigkeit des Erziehers).

Die moralische Ordnung beginnt für Emile mit den Begriffen des Mitleids und der Dankbarkeit. Er muß nun seinen Platz in der Gesellschaft erkennen, damit aus den Leidenschaften keine bösen Emfindungen werden (damit aus dem amour de soi nicht der amour propre wird). Emile soll die Menschen, die die Schwachen unterdrücken bedauern und die Gleichheit unter den Menschen wertschätzen. Er soll erkennen, daß die Menschen von Natur aus gut sind, und daß die Gesellschaft sie verdirbt.

Nun lernt er etwas über die Geschichte, jedoch nicht anhand von Daten, sondern anhand der Menschen, die lebten. Es ist schwierig Geschichtsbücher zu finden, die die Menschen beschreiben, denn diese sind immer subjektiv. Man muß aber die Menschen studieren, um die Völker und die Geschichte kennenzulernen. Dabei muß man unparteiisch sein, um gesund urteilen zu können und sich mit den Menschen vergleichen zu können.

Emile muß nun lernen, das gelernte anzuwenden, d.h. leben zu lernen. Man ist gut, indem man Gutes tut. Er soll die Welt nicht verbessern, er soll nicht herrschen oder sich über andere Menschen stellen. Er soll nur helfen, wohltätig sein und gutes tun.

Der Mensch ist ein geistig-moralsiches Wesen. Die Kirche und die Religionen wirken dem entgegen durch die Dogemen und die Zeremonien, die sie den Menschen auferlegen. Nun, da Emile (mit nunmehr 18 Jahren) erfährt, daß er eine Seele hat, spricht Rousseau über Gott, mit Hilfe des "Glaubensbekenntnsi eines savoyischen Vikars". Auch die Dinge, die man den Kindern über Gott beibringt, dürfen ihr Fassungsvermögen nicht übersteigen. Er spricht im Glaubensbekenntnis von der natürlichen Religion, d.h. daß man Gott empfindet und alles, was er tut. Dogemen sind von dem Menschen erschaffen worden und haben nichts mit Gott zu tun. Gott ist ein intelligentes Etwas. Er tut Gutes. Endeckt man die Liebe zu Gott, so entwickelt man auch Vernunft, da man den Urheber des eigenen Daseins liebt. Emile liebt so die natürliche Ordnung und wird aus Liebe zu ihr gut sein.

In Bezug auf die geschlechtliche Aufklärung und die Ehe muß Emile v.a. die Keuschheut schätzen lernen. Wichtig ist hier auch, daß Emile den Erzieher bittet, ihn vor seinen Leidenschaften zu beschützen, in dem er ihm sozusagen "Befehlsgewalt über ihn erteilt" und zusagt, seinen Befehlen Folge zu leiste, auch wenn er sie nicht versteht.

Emile lernt nun, im Alter von 20 Jahren, die Menschen kennen. Zu diesem Zweck macht der Erzieher ihn in ein Mädchen verliebt, daß er noch nicht kennt, so wird er resistent gegen die Reize anderer Frauen sein. Emile wird sich innerhalb der Geselslchaft einfach und unaffällig bewegen. Er spricht klar und einfach. Er ist nicht ängstlich. Er ist natürlich und bescheiden. Er hat Geschmack.

Geschmack
ist die Fähigkeit über das zu urteilen, was der Merhheit gefällt oder nicht. Geschmack bezieht sich eher auf kurzweilige Dinge. Die wahren Geschmacksvorbilder findet man in der Natur. Er wird dennoch in der Gesellschaft gebildet. Der gute Geschmack hängt von den guten Sitten ab (und umgedreht).

Emile lernt nun Dinge über die Rede. Er lernt Sprachen zu vergleichen, um auf diesem Wege die eigene Grammatik besser zu beherrschen. Er liebt die einfache und nicht die blumige Sprache.

Bei allem soll Emile der Natur so nahe wie möglich bleiben: er soll naturbewußt essen, er soll mäßig sein, der soll den Jahreszeiten entsprechend leben (Kleidung, Nahrung), er soll wenig Dienstboten wollen, ungezwungene Kleidung tragen, ect.

Im fünften Buch begegnen sich nun endlich Sophie und Emile. Sophie ist natürlich anders erzogen worden. Es gibt nun mal keine Gleichheit zwischen den Geschlechtern. Die Bestimmung der Frau ist es Kinder zu bekommen und sie und ihren Mann zu lieben und ihnen ein Heim zu schaffen. Dabei muß sie dem Mann gehorchen. Sie muß dem Mann das Leben angenehm machen. Sie muß sich kleiden können, ohne sich aufzuputzen. Im Spiel mit Puppen lernt sie ihre Rolle kennen. Auch Frauen müssen denken können, um denkende Kinder gebären zu können. Frauen sind listiger als Männer. Daher können sie sie auch durch ihre Sanfmut unterwerfen. Frauen sollten anmutig sein. Sie sind von Natur aus freundlicher, als Männer.

In Religionsfragen sollte sich die Frau erst dem Vater und dann dem Mann unterwerfen. Sie können die Dogmen nicht begreifen, dhar sollten sie Gott einfach lieben für seine Güte.

Frauen müssen ghorsam, treu und fürsorglich sein. Sie müssen stets auf ihren Stand bedacht sein. Sie müssen nicht nur treu und redlich sein, sie müssen v.a. nach außen hin so scheinen. Frauen sind kokett. Sie beobachten außerdem ständig und genau.

Frauen sind eher praktisch. Wissenschaften können sie nicht erlerntn. Die Frau erforscht eher den Geist des Mannnes. Die Mutter muß stets das gute Vorbild für die Frauen sein. Frauen haben Einfluß und sie müssen ihn sogar haben. Denn Männer wollen vor den Frauen als liebenswert erscheinen. Frauen urteilen über die Männer. Das ist ihr Einfluß und ihre Macht. Frauen müssen außerdem sittsam und tugendhaft sein.

Sophie
ist aus gutem Hause. Sie ist lebhaft und klug. Sie besitzt v.a. innere Schönheit. Sie hat Geschmack, ist bescheiden, sauber, ihr Talent ist die Handarbeit, sie ist mäßig, emfindsam, nicht frei von Launen, sie liebt Gott und tut Gutes, lie möchte einem ehrenwerten Mann gefallen, sie kennt ihre Pflichten und Rechte, sie hat noch wenig gesellschaftliche Erfahrung, sie ist von den Eltern über die Ehe aufgeklärt worden und sucht nun einen Mann. Findet ihn natürlich nicht und ist verzweifelt.

Vorraussetzung für eine gute Ehe ist es, daß v.a. der Mann niemals aus einem niedrigeren Stand kommt als die Frau, andersherum ist es ega. Die Partner müssen zueinander passen. Sie müssen entweder beide denken oder keiner von beiden.

Emile lernt nun Sophie kennen (und lieben). Sophie herrscht über ihn mit fraulicher Sanftmut. Dennoch muß Emile Sophie verlassen, um auf Weltreise zu gehen. Dort macht er politische Erfahrungen und lernt die Regierungen anderer Länder kennen. Hier entwickelt Rousseau auch die Grundgedanken zum Contract Social. Er lernt die Demokratie, die Aristokratie und die Monarchie kennen. Er bekommt eine Vorstellung vom Souverän, von der Regierung, vom Volk und von den verschiedenen Willen.

Dann kehrt er zu Sophie zurück und kann nun endlich heiraten.


©Carmen Bremen 2000

Quellen:
Rousseau, J.J.: �mile oder über die Erziehung. Stuttgart: Reclam. 1998.
Rousseau, J.J.: Emil oder über die Erziehung. Paderborn: Sch�ningh. 1995.
Fetscher, I.: Rousseaus politische Philosophie. Neuwied: Luchterhand.