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Risikogesellschaft Drucken

Inhalt
Historischer überblick über die Wirtschaftsentwicklung
Die Risikogesellschaft nach Beck
1. Von der Klassen- zur Risikogesellschaft
2. Das Individualisierungsmodell
3. Geschlechterrolle und Kleinfamilie
3.1. Geschlechterrolle - ihre Aufl�sung und deren Konsequenz
3.2. L�sungsmöglichkeiten des Konflikts
4. Das Dilemma der Individualisierung
5. Besch�ftigung und Ausbildung
Die junge Familie nach Teichert
1. Die junge Familie heute
2. Fremdbetreuung von Kindern
3. Aspekte der Fremdbetreuung
4. Egalit�re Verteilung von Haus- und
Erwerbsarbeit berufst�tiger Eltern
5. Modell einer konkreten politischen Realisierung
Literaturverzeichnis

Historischer überblick über die Wirtschaftsentwicklung

Um 1850 setzt sich in Deutschland die industrielle Revolution durch: Schwerindustrie und Eisenbahnen vermehren sich sprunghaft, industrielle Ballungsr�ume entstehen. Mit der Industrialisierung ver�ndert sich auch die soziale Struktur. Neben dem wohlhabenden Industrieb�rgertum entsteht ein st�ndig wachsendes Industrieproletariat, das sich vor allem aus den in die St�dte str�menden Landarbeitern und aus den ehemaligen Handwerkern zusammensetzt. für die Arbeiter bedeutet dies nun die Trennung von Wohn- und Arbeitsst�tte. Mit sinkenden Reall�hnen verschlechtert sich die Situation für das Proletariat trotz g�nstiger Wirtschaftskonjunktur. Der Verdienst liegt meistens unter dem Existenzminimum, da weder soziale Absicherungen, noch gesicherte Arbeitsverh�ltnisse gegeben waren.

Erst zwischen 1883 und 1889 erl��t BISMARCK die Sozialgesetzgebung. Versicherungen gegen Krankheit, Unfall, Alter und Invalidit�t sorgen nun für den Arbeiter im Falle von Arbeitsunf�higkeit.

Mit der Reichsgr�ndung von 1871 wird ein einheitlicher Wirtschafts- und Zollraum geschaffen, der in Verbindung mit den bestehenden technischen möglichkeiten industrieller Produktion zu einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung f�hrt. 1872 und 1900 wird im Zuge der Rechtsvereinheitlichung das StGB und das BGB eingef�hrt.

Nach den Ersch�tterungen des 1. Weltkrieg kann sich Deutschland in den ersten Jahren der Weimarer Zeit wieder etwas stabilisieren. Die Wirtschaft wird mit Hilfe von ausl�ndischen Anleihen angekurbelt. Der Sozialstaat wird weiter ausgebaut. 1927 wird das Gesetz über "Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung" beschlossen. Die 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise zerst�rt die Grundlagen für eine weitere Stabilisierung. Es folgt Massenarbeitslosigkeit, die nach 1933 durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Nationalsozialisten wieder abgebaut wird.

Nach dem 2. Weltkrieg gelingt der Republik der wirtschaftliche Aufschwung. An Stelle der hohen Arbeitslosenzahlen der Nachkriegszeit ist bald Vollbesch�ftigung getreten.

Bereits 1948, kurz nach der W�hrungsreform, steigt die Industrieproduktion rapide an. Die BRD wird innerhalb weniger Jahre zum 4.gr��ten Industrieland der Erde.

Der wirtschaftliche Aufschwung pr�gt die Gesellschaft. Der Gegensatz zwischen Stadt und Land hat sich abgeschw�cht. Die Erwerbst�tigkeit verlagert sich mehr und mehr hin zur Industrie. Die Besch�ftigungszahlen steigen jedoch am st�rksten im Dienstleisungssektor und in der �ffentlichen Verwaltung.

Die Risikogesellschaft nach BECK

Von der Klassen- zur Risikogesellschaft

Mit Beginn der industriellen Revolution setzt die Entwicklung von der traditionellen Klassengesellschaft zur heute bestehenden Industriegesellschaft ein, die BECK als "Risikogesellschaft" bezeichnet.

Risikogesellschaft bedeutet, da� das Schicksal des Einzelnen nicht mehr bestimmt wird von der Zugeh�rigkeit zu einer sozialen Schicht qua Geburt, sondern von einer individuellen Gestaltungsmöglichkeit des Lebens aufgrund von Niveauverschiebungen bei Arbeit und Bildung, aufgrund von Enttraditionalisierung und durch das Wegschmelzen von Klassenidentit�ten.

Dies bedeutet, da� alle entstehenden Risiken und Chancen nicht mehr von einer ganzen Klasse getragen werden, sondern von jedem einzelnen Teilnehmer der Gesellschaft gleicherma�en. Der Weg von der Klassen- zur Risikogesellschaft ist durch Individualisierungssch�be gekennzeichnet. D.h. Lebenslagen und Lebenswege werden individueller aufgrund von:

  • geographischer und sozialer Mobilit�t = Losl�sung von

    Herkunftsfamilien, Flexibilisierung in der Arbeitsplatzwahl

  • sozialstaatliche Sicherungs- und Steuerungssysteme = Reduzierung

    der Risiken der Lohnarbeiterexistenz und somit keine

    möglichkeiten zur Bildung von Klassensolidarit�ten

  • individuellerer Aufstiegsorientierungen auf dem Arbeitsmarkt

  • Ausweitungen der Konkurrenzbeziehungen = zum einen auf dem

    Arbeitsmarkt, aber auch innerhalb der Familie zwischen den

    Geschlechtern

  • architektonischer Ver�nderungen = Gro�stadtsiedlungen ergeben

    meist nur lockere Bekanntschaftsbeziehungen, es entsteht das

    Risiko der Vereinzelung und Abschottung

  • Arbeitsmarktdynamik = mehr Lohnabh�ngige (Risikogleichheit),

    Arbeitszeitver�nderungen (neue Formen der Freizeit)

  • Bildungsgleichheit = Bildungsmöglichkeiten nicht mehr Schicht-

    oder Geschlechtsabh�ngig.

So haben die Individualisierungssch�be zum einen zur Folge, da� der Einzelne aus traditionellen Bindungs- und Versorgungsbez�gen herausgel�st und auf sein pers�nliches Schicksal verwiesen ist und zum anderen die Abh�ngigkeit zur Sicherung der privaten Existenz von Verh�ltnissen und Regulierungen, die sich seinem Zugriff entziehen.

Das Individualisierungsmodell

  Lebenslage objektiv Lebenslage subjektiv
Freisetzung Enttraditionalisierung
Frauenbewegung
Bildung, Arbeitsmarkt
Selbstfindung
Emanzipation
Selbstverwirklichung
Stabilit�ts-
verlust
Bruch der tradierten
Rollenstrukturen
Neuorientierung
Ver�nderung von
Biographiemustern
Unsicherheiten in
der Rollenfindung
Reintegration Risiken und Chancen-
gleichheit
Institutionalisierung
Sozialisation
Festsetzung der
neuen Rolle


Geschlechterrolle und Kleinfamilie

Geschlechterrolle - ihre Aufl�sung und deren Konsequenz

Die rechtliche Gleichstellung der Frau ist im Grundgesetz verankert und mit dem Ehe- und Familienrecht von 1977 ausgebaut und manifestiert worden. Auch die revolution�re Angleichung der Bildungschancen trug zur Gleichstellung bei.

Die Losl�sung aus den Geschlechtszuweisungen der Frau hat folgende Ursachen:

    1) Verlängerung der Lebenserwartung: Dasein für Kinder nur noch vorübergehend, d.h. mehr Zeit für Selbstverwirklichung

    2) Umstrukturierung der Hausarbeit: gegeben z.B. durch technische Erleichterung der Hausarbeit und Wegfallen der Gro�familie

    3) Empf�ngnisverh�tung und Abtreibung: hat zur Folge, da� Mutterschaft kein Naturschicksal mehr ist, sondern einer Planung unterliegt; Sexualit�t kann unabh�ngig vom Zeugungszwang entdeckt werden.

    4) Instabilit�t in der Ehen und Familienversorgung: aufgrund der wachsenden Scheidungsrate bietet die Ehe keine Garantie mehr für die Versorgung der Frau, was zur Folge hat, da� die Frauen auf den Arbeitsmarkt dr�ngen.

    5) Angleichung der Bildungschancen: haben starke berufliche Motivation zur Folge.

Die Situation der Frau ist also einerseits gepr�gt durch die Freisetzung aufgrund der o.g. Punkten andererseits aber auch durch R�ckbindungen an traditionelle Zuweisungen:

1) fehlende soziale Sicherheiten

2) Massenarbeitslosigkeit

3) Verdr�ngung vom Arbeitsmarkt aufgrund von Rationalisierungsprozessen

4) Mutterschaft zwingt Frauen meist aus dem Beruf Zurück an den Herd und somit in eine �konomische Abh�ngigkeit vom Mann

Tradierte Rollen fallen vorrangig den Frauen zu, da die Rollenidentit�t der M�nner nicht mit der �konomischen Existenzsicherung kollidiert. Vaterschaft und Beruf, wirtschaftliche Selbst�ndigkeit und Familienexistenz stehen in keinem Widerspruch zueinander. Es findet kein Erk�mpfen der Selbst�ndigkeit gegen die Gesellschaft oder die Familie statt. Trotzdem hat die Erwerbsbeteiligung der Frau zur Folge, da� M�nner zu Alltagsarbeiten gezwungen werden. Hinter der Parole "Gemeinsamkeiten" steckt jedoch Ungleichheit. Die Benachteiligung der Frauen im Berufsleben, im Angesicht der Bildungsgleichheit, erkl�ren die M�nner mit der Mutterrolle. Die Mehrzahl der M�nner (80%) befürwortet: Frauen in der Hausarbeit, M�nner im Beruf. Wenige M�nner sind bereit, die Hausm�nnerrolle zu übernehmen. Die neue Selbst�ndigkeit erweist sich für sei als Problem, da sie sich pl�tzlich in Konkurrenz zu ihr sehen. Sie leiden unter dem Hausfrauensyndrom: Unsichtbarkeit der Arbeit, fehlende Anerkennung, fehlendes Selbstbewu�tsein.

Die Gleichstellung bedeutet für die Frauen: mehr Bildung, bessere Berufschancen, weniger Hausarbeit; für die M�nner: mehr Konkurrenz, Verzicht auf Karriere, mehr Hausarbeit.

Die Enttraditionalisierung der Familie durch die Identit�tssuche vor allem der Frau, bringt die Geschlechtergegens�tze nur um so deutlicher hervor. Erwerbsarbeit setzt Hausarbeit voraus. Ungleichheiten werden bewu�ter im Abw�gen der Konsequenzen bei der Frage, wer auf den Arbeitsmarkt strebt und wer die unbezahlte Hausarbeit leistet.

Mit der fortschreitenden Modernisierung vermehren sich die Handlungs- und Entscheidungsfelder innerhalb der Familie. Man unterliegt Wahlmöglichkeiten und Wahlzw�ngen, zum Beispiel Zeitpunkt und Anzahl der Kinder als Wahlmöglichkeit. Ein Wahlzwang ist die berufliche Mobilit�t, die vom Arbeitsmarkt gefordert wird. Oft mu� ein Ehepartner auf �konomische Selbst�ndigkeit verzichten, um dem Partner die geforderte Mobilit�t zu ermöglichen. Hier liegt auch der Widerspruch zwischen Gesellschaft und Arbeitsmarkt. Im Prinzip fordert der Arbeitsmarkt eine kinder- und ehelose Gesellschaft, um gr��tmögliche Mobilit�t zu erlangen.

Als letztes sei erw�hnt, da� sich mit dem innerfamili�ren Individualisierungsprozess auch die soziale Beziehungs- und Bindungsqualit�t zum Kind ver�ndert: Einerseits ist es eine Beschr�nkung im Hinblick auf den Individualisierungsprozess und andererseits die letzte verbliebene unaufk�ndbare Prim�rbeziehung. Denn die Statistik spricht eine deutliche Sprache, was die Situation der Ehe anbelangt; immer mehr Menschen leben allein, es gibt steigende Scheidungsziffern und auch eine steigende Zahl von Ehen ohne Trauschein.

L�sungsmöglichkeiten des Konflikts

Es ist mit der Industrialisierung eine gro�e Variationsbreite von familialen und au�erfamilialen Formen des Zusammenlebens entstanden. Diese k�nnen alle als Phasen im Gesamtlebenslauf auftreten:

Das Single-Dasein, das Zusammenleben in der Partnerschaft, in Wohngemeinschaften und variierende Elternschaften.

Aufgrund dessen gibt es gezielte politische und institutionelle Ma�nahmen zur Unterst�tzung der Familie. Dies bedeutet vor allem die Forderung an die Frau: Zurück an den Herd, da gerade sie es ist, die sich aus den tradierten Rollenzuweisungen l�sen m�chte. Zu Hilfe kommt diesen Hoffnungen die hohe Massenarbeitslosigkeit und die schrumpfende Kapazit�t des Arbeitsmarktes. 1984 waren zum Beispiel 51,4% der Frauen zwischen 15 und 65 Jahren erwerbst�tig, im Gegensatz dazu 81,4% der M�nner. Dies bedeutet, da� ein gro�er Teil der Frauen immer noch auf die Versorgung über die Ehe angewiesen ist. M�ngel im sozialen Netz werden deutlich, wenn man sich die finanzielle Lage der Ehepartner nach einer Scheidung ansieht. BECK kritisiert in diesem Zusammenhang auch das bestehende Recht der Frau auf die Kinder, zum einen im Fall einer Scheidung und zum anderen im Falle einer Abtreibung. Er spricht von einer Benachteiligung des Mannes.

Die Gegenforderung bleibt die Gleichstellung der Frau. Die aufkommende Frauenbewegung fordert �konomische Sicherheit, Einflu� und Mitbestimmung und da� weibliche Orientierungen, Werte und Umgangsformen in das gesellschaftliche Leben hineingetragen werden. Doch wer all dies m�chte, mu� sich der Konsequenz der Mobilit�t bewu�t werden. Wer Mobilit�t m�chte, ohne R�cksicht auf den privaten Bereich, mu� die Aufl�sung der Familie in Kauf nehmen.

Eine 100%ige Gleichstellung von Mann und Frau ist nur dann möglich, wenn das gesamte institutionelle Gef�ge der Industriegesellschaft auf die Lebensvoraussetzungen von Partnerschaft hin ver�ndert wird.

  • 1) Mobilit�t: im Falle einer Mobilit�tsforderung seitens des

    Arbeitgebers m��te er auch dem anderen Partner die möglichkeit

    einer Besch�ftigung geben oder aber Mobilit�tszw�nge abbauen

  • 2) Rechtliche Anerkennung von Immobilit�t: Bei Bemessung der

    Zumutbarkeit von Arbeitsplatzwechseln, m��te die Gef�hrdung der

    Familie mit einbezogen werden

  • 3) Lockerung des Zusammenhangs zwischen Existenzsicherung und

    Arbeitsmarktbeteiligung: z.B. durch Aufstockung der Sozialhilfe

    in H�he der Mindesteinkommen oder dadurch, Gesundheits- und

    Alterssicherung vom Erwerb unabh�ngig zu machen

  • 4) Architektur und St�dteplanung: Gro�raumwohnungen müssen

    geschaffen werden, um Ehe-Wohngemeinschaften zu ermöglichen.

  • 5) Kindererziehung: Unterst�tzung von nachbarschaftlichen Hilfen,

    oder ein Schulsystem, das Eltern nicht zur Nachhilfe zwingt.

Das Dilemma der Individualisierung

Im Individualisierungsprozess sind Widerspr�che vorhanden. Der Einzelne wird zwar aus traditionellen Bindungen und Versorgungsbez�gen herausgel�st, tauscht dafür aber die Zw�nge des Arbeitsmarktes und die der Konsumexistenz ein. Anstelle von tradierten Sozialformen treten Institutionen, die von Moden, Verh�ltnissen, Konjunkturen und M�rkten abh�ngig machen. Es entstehen Konflikt- und Risikoproblemlagen, die sich dem Zugriff des Einzelnen entziehen. Es ergibt sich ein institutionelles Lebenslaufmuster, das sich zusammensetzt aus dem Ein- und Austritt aus dem Bildungssystem und dem Ein- und Austritt aus der Erwerbsarbeit. Individualisierung geht einher mit der Standardisierung der Existenzform. Es sind Betreuungs- , Verwaltungs- und politische Institutionen entstanden, die die Gesellschaft der Industrieepoche in ihrer Lebensf�hrung pr�gen. Mit der Abh�ngigkeit von Institutionen w�chst die Krisenanf�lligkeit der entstehenden Individuallagen. Der Arbeitsmarkt mit seinen Arbeitstauglichkeits- und Bildungsanspr�chen zeigt diese Krisenanf�lligkeit besonders deutlich.

Es entsteht ein Ich-zentriertes Weltbild. Der Einzelne erliegt dem Zwang seinen Lebenslauf selber zu gestalten, in Bezug auf Ausbildung, Arbeitsplatz, Wohnort, Ehepartner und Kinderzahl.

Er mu� aber ebenso die Konsequenzen tragen, wenn er Entscheidungen unüberlegt trifft. Risiken nehmen zu, die als pers�nliches Versagen gewertet werden.

Medien, die jedermann zug�nglich sind l�sen traditionell gepr�gte Gespr�chs-, Erfahrungs- und Lebenszusammenh�nge. BECK gebraucht hier den Begriff der "Doppel�rtlichkeit". Es ist uns möglich mit Hilfe der Medien in andere Teile dieser Welt "zu gucken". Fernsehen bedeutet au�erdem neue politische Kontroll- und Einflu�chancen der Medienanstalten. Fernsehen dringt bereits soweit in die Privatsph�re ein, da� der Wochen- und Tagesrhythmus anhand des Fernsehprogramms gestaltet wird. Die Privatsph�re ist somit keine umweltunabh�ngige Sph�re, sie ist gepr�gt von den Verh�ltnissen und Entscheidungen, die in den Fernsehanstalten, im Bildungswesen, auf dem Arbeitsmarkt, in den Betrieben und im Verkehrswesen getroffen werden.

Besch�ftigung und Ausbildung

Arbeit war damals die Aufgabe der niederen St�nde. Heute ist sie für jeden die Basis der Existenzsicherung und darüber hinaus dient sie sogar der Identifizierung und Sozialerfahrung. Die heutige Industriegesellschaft ist zugleich auch eine Erwerbsabeitsgesellschaft. Das in dem vergangenen Jahrhundert aus schweren sozialen und politischen Konflikten und Krisen heraus entstandene Besch�ftigungssystem beruht auf Standardisierungen in allen wesentlichen Dimensionen: Arbeitsrecht, Arbeitsort und Arbeitszeit. Flexibilisierungsma�nahmen dieser drei Dimensionen machen, so BECK, die Grenzen zwischen Arbeit und Nichtarbeit flie�end. Dies hat Unterbesch�ftigung und das Abnehmen gro�r�umiger Arbeitsgeb�ude zur Folge. Teilzeitarbeitsprogramme dienen vorrangig dem Abbau von Arbeitslosigkeit. Aus ihr folgen auch eine Umverteilung des Einkommens, der sozialen Sicherung, der Karrierechancen und der Stellung im Betrieb. Also neue Ungleichheiten und das Risiko der Unterbesch�ftigung. Die Forderung nach Arbeitszeitverk�rzung bei vollem Lohnausgleich stellt sich.

Bildungssystem und Arbeitslosigkeit sind zwei zusammengeh�rende Problemzonen. Arbeitslosigkeit findet sich auch in den ehemals als sicher geltenden Berufszweigen wie Jura und Medizin. Dies hat Ver�nderungen im Bildungssystem zur Folge. Ausbildungen dauern länger aufgrund von Zusatzqualifikationen, womit das Risiko der Arbeitslosigkeit vermieden werden soll. Schulen werden zu Institutionen, die ihren Anspr�chen nicht mehr gerecht werden. Es besteht die Gefahr einer realit�tsfremden Bildung. Das Vertrauen in Bildungsst�tten l��t nach. Doch andererseits ist man ohne Ausbildung zukunftslos. So werden Wiedereingliederungsprogramme für sozial Schwache notwendig, die am Arbeitsplatzmangel oft scheitern und somit auch die T�tigkeit des Sozialarbeiters, Psychologen und des P�dagogen in Frage stellen.

Die Besch�ftigungschancen für Hauptschulabg�nger haben sich im Laufe der Bildungsexpansion drastisch verschlechtert. Auch für Hoch- und Fachhochschulabsolventen hat sich die Besch�ftigungssituation verschlechtert. Sie sind oft fehlqualifiziert und gezwungen in Zusatz- und Weiterbildungen auszuweichen.

Die junge Familie nach TEICHERT

Die junge Familie heute

Die Struktur der Familie hat sich im Lauf der Jahrhunderte gewandelt. Noch im 18.Jh �hnelte das Bild der Familie einer Wirtschaftsgemeinschaft, mehrere Generationen lebten unter einem Dach, auch nichtverwandte Hausangeh�rige z�hlten dazu. Doch die zunehmende Trennung von Arbeitsst�tte und Wohnort f�hrte dazu, da� die Zahl der Gro�familien abnahm und sich die Ein-Kind- und Zwei-Kind-Familien als h�ufigste Familienformen etablierten. Die Verringerung der Personenzahl bewirkte, da� wir heute noch andere Formen des Zusammenlebens kennen, die wir auch als Familie bezeichnen: Nichteheliche Lebensgemeinschaften, Wohngemeinschaften und Ein-Eltern-Familien.

Diese neuere Entwicklung verlangte nach einer neuen Definition des Begriffs Familie, da die �lteren Definitionen die j�ngsten Entwicklungen der Familie nicht ber�cksichtigen.

Bsp. Definition nach CLAESSENS und MENNE (1970):

Unter einer Familie versteht man, "jene Gruppe in der wenigstens zwei gegengeschlechtliche psychsozial erwachsene Menschen eine weitere Generation produzieren und mindestens so erziehen, da� diese n�chste Generation dazu motiviert wird, ihrerseits die folgende Generation zu produzieren und zu motivieren.".

Die obengenannte und nachfolgende Definitionen vernachl�ssigen aber nach Meinung der Autoren die Sozialisationsfunktion der Familie, womit sie den Aspekt der sozialen Erziehung bezeichnen, die Einbindung des Kindes in die Gesellschaft. Eine Funktion, die auch die Familie erf�llt.

Aus diesem Grund haben die Autoren eine eigene Definition entwikkelt, die diese L�cke f�llen soll, wobei sie Wert darauf legen, da� Familie hier nicht als etwas Statisches, sondern vielmehr als etwas Dynamisches verstanden werden soll; das bedeutet, die Familie ist dauernd Ver�nderungen unterworfen, denen sie sich stellen mu�.

Definition der Autoren (1990):

"Familie ist eine Sozialform, die �konomische, Reproduktions- und Sozialisationsaufgaben erf�llt, die ihr in der geschichtlichen Entwicklung übertragen wurden. Als Folge der sozialen und gesellschaftlichen Verh�ltnisse unterliegt die Sozialform Familie weitreichenden Zw�ngen und Abh�ngigkeiten von au�en, denen sie bis in ihre Privatsph�re hinein unterliegt. Darüber hinaus wirkt die Familie auch auf die Gesellschaft Zurück; es besteht also ein Abh�ngigkeitsverh�ltnis zwischen Familie und Gesellschaft."

Dieses Abh�ngigkeitsverh�ltnis erkl�ren die Autoren damit, da� die Familie "für die kostenlose Regeneration der im Schul- und Arbeitsalltag erfahrenen psychischen und physischen Belastungen der Familienmitglieder sorgt.".

Parallel zur Ver�nderung der Familiensituation zeigt sich die Wandlung der Frauenrolle. Das tradierte Bild der Frau, die haupts�chlich die Kinder betreut und sich ausschlie�lich Haushaltsaufgaben widmet, kann nicht mehr aufrechterhalten werden. Vielmehr verdeutlicht diese neuere Entwicklung einige Ursachen, die zu den heutigen Familienformen f�hrten.

Die Zahl der verheirateten Frauen mit Kindern, die einer Erwerbst�tigkeit nachgehen ist in den letzten Jahren gestiegen, immer mehr �u�ern sie den Wunsch nach Selbst�ndigkeit und Bildung. Diese Forderung bedingt, da� die Rollen in den Familien neu verteilt werden müssen.

Eine weitere Ursache für die ver�nderte Familienstruktur liegt in der Wandlung der p�dagogischen Ma�st�be. Die gesellschaftliche Definition des Kindes hat sich ge�ndert. Noch bis zum Anfang des 20.Jh bedeutete Erziehung für das k�rperliche und geistige Gedeihen des Kindes zu sorgen und es gleichzeitig in die Gesellschaft einzupassen.

In der neuen P�dagogik wird das Kind als Pers�nlichkeit betrachtet; es geht um "bestmögliche fürdeung der F�higkeiten" und "bewu�te Respektierung [der] W�nsche"(ELISABETH BECK-GERNSHEIM) des Kindes. Diese neue P�dagogik erzeugte Verwirrung bei den Eltern, da durch die Medien und die Gesellschaft st�ndig neue Leitbilder für die richtige Erziehung vermittelt wurden. Auch die Wohnsituation fordert neue Besch�ftigungsmöglichkeiten, gibt also eine neue Erziehungssituation vor; durch kleinere Kinderzimmer, Hellh�rigkeit der Wohnungen und weniger Spielpl�tze und Gr�nfl�chen, wird der Aktionsradius von Kindern stark eingeschr�nkt.

Fremdbetreuung von Kindern

In der Gro�familie des 18.Jh wurden die Betreuungsaufgaben von der Mutter, bzw. von anderen Hausangeh�rigen übernommen. Da Produktionsst�tte und Wohnung an einem Ort lagen, war Fremdbetreuung nicht n�tig. Durch die Entwicklung zur Kleinfamilie, die Generationen einer Familie lebten nicht mehr in einem Haushalt, ist die Betreung von Kindern direkt am Wohnort kaum noch gegeben. Sie müssen h�ufig in fremde Obhut, sprich Tagesmutter oder eine Institution, gegeben werden. Auch wenn sie von Gro�eltern verwahrt werden, besteht oft die Notwendigkeit des Bringens und Holens der Kinder, da die Gro�eltern eben nicht im gleichen Haushalt wohnen.

Die Splittung der Gro�familie in Kleinfamilien ist also eine Ursache, die institutionalisierte Fremdbetreuung zur Notwendigkeit machte.

Durch die steigende Scheidungsrate (seit 1960 hat sie sich verdoppelt) und durch den Wunsch Kinder ohne Partner aufzuziehen, ist eine zunehmende Zahl von Ein-Eltern-Familien zu verzeichnen. für die Allein-Erziehenden besteht fast immer der Zwang zur Erwerbst�tigkeit, da die Unterhaltskosten kaum aus Sozialhilfe und Kindergeld zu bestreiten sind. Diese Elternteile sind meist schon sofort nach Beendigung der Erziehungszeit gezwungen, ihre Kinder in andere Obhut zu geben.

Neben den Ein-Eltern-Familien existieren noch die Wohngemeinschaften; in dieser Familienform ist die Betreuung von Kindern durch die anderen Mitglieder des Haushaltes zwar gegeben, es gibt jedoch nur einen geringen Prozentsatz von Wohngemeinschaften, in denen auch Kinder leben.

Ein weiterer Grund für die Betreuung von Kindern durch Dritte, ist die zunehmende Erwerbst�tigkeit von verheirateten Frauen mit Kindern. Das tradierte Bild der Frauenrolle hat sich ge�ndert, immer mehr �u�ern Frauen den Wunsch nach Gleichberechtigung mit dem Partner. Die Ehefrau m�chte entweder zum Unterhalt der Familie beitragen, da sich "der soziale Status einer Familie [in der heutigen Gesellschaft] durch die Erwerbst�tigkeit definiert"(Rotraut OBERNDORFER) oder sie besteht auf einer selbst�ndigen Existenzsicherung, z.b. für den Fall einer Scheidung oder den Tod des Partners. Frauen nehmen heute auch mehr Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten wahr als fr�her; wenn sie also einer Besch�ftigung au�er Haus nachgehen, sind sie auf Betreuung der Kinder durch Dritte angewiesen.

Als familienfeindlich betrachten die Autoren hier die Fremdbestimmung der Arbeitszeiten. Durch flexiblere Arbeitszeiten w�re, in den ersten Lebensjahren des Kindes, eine fast ausschlie�liche Betreuung durch die Eltern möglich.

Aspekte der Fremdbetreuung

Die Autoren �u�ern sich auch zu dem positiven bzw. negativen Einflu� von Fremdbetreuung auf Kinder. Von der Gesellschaft wird vermittelt, da� eine Mutter, die einer Erwerbst�tigkeit nachgeht und für diese Zeit ihr Kind weggibt, dieses vernachl�ssigt. Die Annahme entstand aufgrund einer Untersuchung von SPITZ(1965) und BOWLBY(1969,1973,1980), die davon ausgingen, da� ein S�ugling nur zu einer Person eine enge Beziehung entwickeln kann, und da� mehrere Bezugspersonen ihn verwirren w�rden, wobei hierdurch ein dauerhafter Schaden beim S�ugling enstehe. Da SPITZ und BOWLBY eine Symbiose zwischen Mutter und Kind annahmen, mu�te diese feste Bezugsperson nat�rlich die Mutter sein. Diese Forderung unterst�tzte aber die traditionelle Sicht der Rolle der Frau und impft ihr Schuldgef�hle ein, wenn sie einer Berufst�tigkeit nachgeht.

Nach neueren Untersuchungen, z.b. nach SAGI(1982) und GRO�MANN(1984) zeigt sich ein v�llig anderes Bild. Demnach ist der S�ugling durchaus f�hig zu mehreren Personen eine Beziehung aufzunehmen, wobei Geschlecht und Verwandtschaft der Bezugspersonen unerheblich sind. Es kommt nur auf die Qualit�t der Beziehung an; das Kind hat einfach zu jeder Person eine spezifische Beziehung.

Heute sieht man vielmehr auch den negativen Aspekt, der einer zu engen Bindung zwischen Mutter und Kind folgen kann. Denn eine Mutter, die nur auf ihr Kind fixiert ist, neigt eher zur überbeh�tung. (SCARR 1987)

Nach heutiger Sicht kann die Berufst�tigkeit einer Mutter durchaus positiv sein (LANG 1987), wenn sie selbst Freude daran hat. Die Arbeit der Mutter wirkt sich nur dann negativ auf das Kind aus, wenn die berufliche Balastung zu hoch ist, und die Qualit�t der Mutter-Kind Beziehung darunter leidet. Diesen positiven Effekt der Fremdbetreung beziehen die Autoren auch auf die institutionalisierte Fremdbetreuung (Kindergarten, Kinderhort), da sie davon ausgehen, da� Babies, die von mehreren Personen betreut werden, mit der zeitweiligen Abwesenheit ihrer Eltern besser zurechtkommen.

Egalit�re Verteilung von Haus- und Erwerbsarbeit berufst�tiger Eltern

Betrachtet man die Ver�nderung der familialen Entwicklung, wird erkennbar, da� die traditionelle geschlechtspezifische Rollenverteilung in der Familie nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Die bestmögliche Betreuung, die Kinder erfahren k�nnen, ist die Betreuung durch beide Elternteile. D.h. die bisherige beruflich bedingte Feierabend- bzw. Wochenendvaterschaft mu� anders strukturiert werden. Auch um dem Wunsch der Frau nach Berufst�tigkeit und Bildung zu entsprechen, müssen V�ter die möglichkeit bekommen, mehr Betreuungsaufgaben zu übernehmen. Den Ehepartnern mu� mehr Zeit einger�umt werden, den Wechsel von einer Partnerschaft zur Familie nach der Geburt des ersten Kindes zu vollziehen. Gerade in dieser familienintensiven Phase ereignet sich eine v�llige Neuorientierung der Ehepartner, die Aufgaben müssen anders verteilt werden. Diese Verteilung sollte nicht wie so h�ufig darin enden, da� die Frau, auch wenn sie vor der Geburt des Kindes berufst�tig war, wieder ausschlie�lich in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedr�ngt wird.

Zwar geht die Tendenz dahin, da� V�ter gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen m�chten, doch sie tun sich nach wie vor schwer mit der Verwirklichung dieses Wunsches, weil sie ungern berufliche Nachteile in Kauf nehmen m�chten.

Hier werden von den Autoren politische Ma�nahmen gefordert, die eine Umstrukturierung der Erwerbssituation möglich machen sollen. M�ttern und V�tern m��te gleicherma�en gesch�tzte Teilzeitarbeit ermöglicht werden, ohne die �blichen Karrierenachteile und finanziellen Verluste. Des weiteren sollte es nicht nur die Mutter sein, die sich in famili�ren Notlagen freinimmt, auch der Mann mu� diesen Freiraum in Anspruch nehmen k�nnen. Deshalb fordern die Autoren Interventionen von gesetzlicher Seite, die beispielsweise flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen.

Um den Eltern eine gleichberechtigte Verteilung von famili�ren Aufgaben zu ermöglichen, mu� der Grundstein hierfür schon in der Schul- und Berufsausbildung gelegt werden. Beiden Geschlechtern müssen bereits in der Ausbildung F�higkeiten aus dem beruflichen und familialen Bereich vermittelt werden und es sollte ein verst�rktes Angebot an geschlechtsunspezifischen Arbeitspl�tzen geben. Auch das Betreuungsangebot , besonders für Kinder unter drei Jahren und Schulkinder mu� gr��er werden, wobei auch hier flexiblere �ffnungszeiten von N�ten w�ren.

Das Modell der gesch�tzten Teilzeitarbeit w�rde bedeuten, da� beide Eltern mehr Zeit für die Familie haben. Indizien aus Befragungen von Familien, in denen beide Elternteile teilzeitbesch�ftigt sind, zeigen auf, da� das Erziehungsklima hier überwiegend als entspannter bezeichnet wird. Es gab zwar h�ufiger Auseinandersetzungen über Erziehungsfragen, aber die Befragten gaben an, sich meistens darüber einigen zu k�nnen. Es er�ffnet sich auch die möglichkeit, da� M�nner die Situation kennenlernen, in der sich normalerweise die Frau befindet. Sie erfahren, "was es hei�t, aufgrund familialer Erfordernisse auf berufliches Fortkommen weitgehend verzichten zu müssen."(WOLFGANG PRENZEL); sie k�nnen die Lebensperspektive der Partnerin besser verstehen. Vater und Mutter haben hierbei Anteil an Hausarbeit und Kinderbetreuung und k�nnen sich durch ihre Berufst�tigkeit selbst verwirklichen.

Die Autorinnen Doris HESS-DIEBECKER und Marlene STEIN-HILBERS geben an, da� auch sie das Modell der geteilten Elternschaft seit vielen Jahren praktizieren und sehen darin eindeutige Vorteile für ihre berufliche und private Entwicklung. Sie erkl�ren, da� sie neben der möglichkeit qualifizierter Berufsarbeit auch eine freiere Zeiteinteilung haben, da sie von der alleinigen Verantwortung für ihre Kinder entlastet sind. Andererseits erkennen sie auch die Nachteile des Modells; sie stellen fest, da� sie als Frauen Verlust�ngste gegenüber den Kindern empfanden, da sich die Position des Vaters als Erzieher nat�rlich verst�rkt hat und dessen Rechtsanspr�che im Trennungsfall gr��er werden.

Modell einer konkreten politischen Realisierung

TEICHERT stellt im Hinblick auf eine gesch�tzte Teizeitarbeit für Eltern dar, wie er sich die politische Realisierung eines solchen Modells vorstellt. Zun�chst fordert er, da� auch den V�ter ein bezahlter, sogenannter Geburtsurlaub von acht Wochen nach der Geburt des Kindes zustehen solle. Denn dem zuvor kinderlosen Ehepaar stehe eine Phase der Neuorientierung bevor, beide Elternteile müssen den Familienalltag neu organisieren. Desweiteren sei ein "Recht auf gesch�tzte Teilzeitarbeit"(GEISSLER/PFAU 1988) für Eltern einschlie�lich des dritten Lebensjahres des Kindes n�tig. Weiter m�sse das Angebot an Betreuungseinrichtungen erh�ht werden. Dieser zwar notwendige Ausbau d�rfe aber nicht dahin f�hren, da� M�ttern und V�tern die Betreuung abgenommen wird, sondern sie soll ihnen dadurch nur erleichtert werden.

TEICHERT schl�gt in diesem Zusammenhang auch eine weitreichendere Unterst�tzung von Elterninitiativen vor, da es vielen Familien nicht möglich ist, solche Initiativen zu realisieren, weil es an R�umlichkeiten oder der finanziellen Grundlage fehlt. Unter Elterninitativen versteht man den Zusammenschlu� von V�tern und M�ttern, die die Betreuung ihrer Kinder untereinander organisieren und in manchen F�llen soger einen P�dagogen besch�ftigen und diesen aus eigener Tasche bezahlen.

Konkret soll das Teilzeitmodell so gestaltet werden, da� M�tter und V�ter im ersten Lebensjahr des Kindes jeweils acht bezahlte Stunden pro Woche arbeiten, diese Stunden erh�hen sich im zweiten Jahr auf vierzehn und in dritten Jahr auf zwanzig Stunden pro Woche. Hieraus mu� auch ein rechtlicher K�ndigungsschutz für diese Eltern resultieren. Insgesamt sollen pro Elternteil drei�ig Stunden Arbeit pro Woche finanziell abgedeckt sein.

Alter des Kindes Erwerbsarbeit subventionierte Familienarbeit Gesamt
1 Jahr 8 Stunden 22 Stunden 30 Stunden
2 Jahre 14 Stunden 16 Stunden 30 Stunden
3 Jahre 20 Stunden 10 Stunden 30 Stunden


Die Finanzierung der restlichen Stunden soll nach TEICHERT über eine Elternversicherung abgedeckt werden, ein �hnliches Modell besteht in Schweden schon seit 1974.

In der BRD soll dieses sogenannte Elterngeld bei 73% des Bruttoeinkommens liegen, wobei TEICHERT betont, da� es sowohl von verheirateten Paaren, Allein-Erziehenden und unverheirateten Paaren in Anspruch genommen werden kann. Aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die Betreuung von Kindern ist eine "Zwangsmitgliedschaft aller Besch�ftigten in der Elternversicherung." (GEISSLER/PFAU 1988) zu rechtfertigen.

Literaturverzeichnis

1) Beck, Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main 1986

2) Teichert, Volker (Hrsg.): Junge Familien in der Bundesrepublik. Leske Verlag und Budrich GmbH. Opladen 1990

3) Fragen an die deutsche Geschichte. Buch zur historischen Ausstellung im Reichstagsgeb�ude, unter Mitwirkung eines Arbeitsstabes des deutschen Bundestages und des Bundesarchivs Koblenz



Verfasser: © Carmen Bremen, 1998